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Anmerkungen zum aktuellen Traumadiskurs
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Der Traumadiskurs ist geradezu spannend. Seit ca. 2005 rückt langsam die Körperlichkeit traumatischer Erfahrungen in den Blick. Die
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Entwicklung der Diagnosen bilden ein gesellschaftliches Vor und
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Zurück ab. In der Auseinandersetzung zwischen Individualisierung
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und Kontextualisierung werden die individuellen und gesellschaftlichen Wirkkräfte der Möglichkeiten der Bewältigung
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von traumatischen Lebensumständen präziser beschrieben. Und
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dennoch beobachten wir derzeit Rückschritte, die mich erschrecken:
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Im Fachdiskurs ist die gesellschaftliche Wirkkraft traumatischer Erfahrungen und der Traumabearbeitung unumstritten, doch führen
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die Abspaltung von Schmerz z. B. in der Medizin zu ignorantem
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Handeln: Die Abspaltung von traumatischem Leid und Schmerz
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durch die Hegemonie evidenzbasierter Wissenschaften führe dazu,
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seelische Zustände ihres Sinnes zu berauben, weil diese einzig auf
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ihre physiologischen Ursachen hin betrachten und das Leid nicht
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anerkannt wird (vgl. Fuchs 2017, S. 325). Was bedeutet das für die
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Menschen, die viel Leid überlebt haben? Wie wirkt ein pathologisch
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zugerichteter Begriff des Traumas, der die Lebensleistung völlig
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ausblendet, auf die Menschen? Nimmt er ihnen nicht letztendlich
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noch einmal die Würde?
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Der erweiterte Blick
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Bereits Mitte der 1990er Jahre kritisierten amerikanische Psychiater
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und Vertreter der Humanistischen Psychologie deterministische
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und mechanistische Vorstellungen, in denen die menschliche Psyche
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in beobachtbare bzw. zu deutende krankhafte Funktionsniveaus zerlegt wird. Sie erarbeiteten ein Entwicklungskonzept (Herman 1993;
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Horowitz 1978), das vor allem den Einfluss eines oder mehrerer
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Traumata auf die psychische Struktur und die Blockaden in der Entwicklung des traumatisierten Menschen erfasst. Herman u. a. betonen
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die Bedeutung der zwischenmenschlichen Beziehung als zentrale
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Bedingung für Krankheit und Gesundung und die ganzheitliche
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systemische Selbstregulation. Durch dieses Entwicklungskonzept
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