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Übertragungsphänomene sei „[…] die Wiederholung, die sich im
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Leben wie in der Therapie [und in der Pädagogik, Anm. der Verf.]
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anscheinend spontan einstellt.“ (Thomä/Kächele 2006, S. 54). Doch
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es ist möglich behindernde Übertragungen durch Reifungs- und
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Bewusstwerdungsprozesse (Kap. 10.2) zu wandeln und wirklicher
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Beziehung Raum zu gewähren (Jung 1946; König 1998).
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Ihre Übertragungen sind jedoch keine einfachen, sie sind die
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Übertragungen traumatischer Lebenserfahrungen. Wenn Jana,
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Michael, Sabine und Martin ihre Erfahrungen übertragen, spüren
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wir oft eine existenzielle Not. „Die traumatische Übertragung
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spiegelt nicht nur die Erfahrung von Gewalt wider, sondern auch die
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Erfahrung von extremer Hilflosigkeit. […] Die Erinnerung an diese
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Erfahrung prägt alle späteren Beziehungen.“ (Herman 1993, S. 188).
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Der wesentliche Unterschied zwischen positiver und traumatischer
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Übertragung sei die zerstörerische Kraft der frühen Erfahrungen der
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Mädchen und Jungen, die die Beziehungen zu anderen Menschen
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immer wieder stört (ebd.). Und dies ist besonders anstrengend für
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die Mädchen und Jungen, die abgespaltene Persönlichkeitsanteile
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zum Überleben entwickeln mussten. Ihre jeweils unterschiedlichen
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Übertragungen können schon in Ansätzen Gefühle von Sicherheit
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verhindern.
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Alle Mädchen und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen übertragen alte Erlebnisinhalte, die z. B. eigentlich den
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Täter*innen bzw. den misshandelnden Eltern gelten: „Der Terror
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entsteht dadurch, dass außer dem Patienten und dem Therapeuten
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noch eine dritte Person anwesend zu sein scheint. Diese dritte
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Person ist der Täter, […].“ (Lister, zit. n. Hermann 1993, S. 188)
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Übertragung ist keine Einbahnstraße. Themen, die die Kinder
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in den pädagogischen Alltag mitbringen, berühren immer auch die
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eigene Kindheitsgeschichte und unseren Alltag mit den Mädchen
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und Jungen. „Die Bilder, die wir uns von Menschen machen, mit
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denen wir in der Gegenwart umgehen, werden durch innere Bilder
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beeinflusst, die aus unserer Wahrnehmung anderer Personen entstanden sind.“ (König 1998, S. 11). Ein bewusster Umgang mit der
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eigenen Kindheitsgeschichte kann die Einfühlung in die Mädchen
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und Jungen erleichtern, verhindert die Verfestigung von belastenden
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Verhaltensmustern und dient der Psychohygiene in belastenden
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