2026-001/documents/philipp-sucht-sein-ich/pages/075.md

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Das Körpergedächtnis
Wenn Kinder die leidvollen Erfahrungen nicht integrieren können,
setzen sich die traumatischen Ereignisse in Fragmenten im Körpergedächtnis fest und führen ein Eigenleben. Man geht davon aus, dass
nicht assimilierte traumatische Erfahrungen in einem besonderen
aktiven Gedächtnis gespeichert werden, das dazu neigt, die Darstellung der Inhalte zu wiederholen. Entweder wird das Trauma als
ein Unglück in das Gedächtnis integriert oder die Empfindungen
und Gefühle, die zum Erlebten gehören, führen ein Eigenleben.
Wie Kinder traumatische Situationen abspeichern und sich wieder
in das Gedächtnis rufen, wird entwicklungsentsprechend variieren
(Pynoss u. a. 2000). So ist anzunehmen, dass je jünger die Kinder
sind, desto mehr die Erinnerung auf eine einzige Wahrnehmung, sei
es ein Bild, ein Geräusch, ein Geruch etc. konzentriert ist. Man geht
davon aus, dass die nachfolgend aufgeführten Erinnerungsebenen
als komplexe und unabhängige Gedächtnissysteme, als Körpergedächtnis außerhalb des Bewusstseins funktionieren:
Das Körpergedächtnis
Die vom Menschen abgespaltene Geschichte
Das von Menschen unabhängige Bild
Geräusche
Gerüche
Das Körpergefühl
Die Emotionen
Menschen, die einem Trauma ausgesetzt waren, können unter
Schlafstörungen, plötzlichen Erinnerungen an das Ereignis,
Konzentrationsschwierigkeiten, Albträumen usw. leiden. Philipp
und Jana haben darüber keine Kontrolle. Wenn Rückblenden auftreten, werden diese die gleichen Gefühle von Angst, Panik, Selbstwert- und Vertrauensverlust wie in der traumatisierenden Situation
auslösen: