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suizidale Verhaltensweisen, Lügen, Stehlen u. v. a. mehr gekennzeichnet. So kann es zu einer Spirale von Suchen, Ablehnung und
Aggression kommen.
Kinder wie Philipp und Laura haben häufiger Konflikte mit
Gleichaltrigen. In der Konsequenz suchen die Mädchen und Jungen
ihre Beziehungen in der Einrichtung, hier haben sie mehr Sicherheit.
Ihre Neugier und ihr Interesse, die Umwelt zu erkunden und andere
Beziehungen einzugehen, sind deswegen eingeschränkt. Sie geraten
in die Isolation wie früher auch.
Die Intensität der Bindungen von Kindern wie Jana und Philipp
sagt nichts über deren Qualität aus, sie bedürfen in der Regel einer
Korrektur. John Bowlby betonte ausdrücklich die relative Offenheit der internalen Repräsentation gegenüber veränderten Bedingungen. Die Bearbeitung und die heutige Sicht der Dinge sind
ausschlaggebender als die Bindungsmodelle der Eltern. Bei bearbeiteten negativen Erfahrungen und Bindungssicherheit reden
wir dann von erworbener Sicherheit. Es gibt viele Hinweise auf
seelische Gesundung und Bindungssicherheit nach traumatischen,
auch chronischen und kumulativen traumatischen Erfahrungen. In
Wohngruppen, Tagesgruppen, Pflegefamilien und professionellen
Pflegefamilien ist die Arbeit mit den traumatisch bedingten
Bindungsstörungen der Kinder im pädagogischen Alltag (Kap. 7),
in der Hilfeplanung, Elternarbeit und Therapie unerlässlich.
3.3
Jedes Verhalten hat einen Grund
Psychobiologische Erkenntnisse
Ein Trauma beeinflusst Gehirn und das körperliche System auf vielfältigen Ebenen des physiologischen Funktionierens, da Gehirn
und Körper untrennbar miteinander verbunden sind. „Die meisten
Menschen denken, ein Trauma sei ein psychisches Problem oder gar
eine Gehirnstörung. Ein Trauma passiert jedoch auch im Körper.“
(Levine 2011, S. 53). Traumata sind Einflüsse, die die Integrität der
inneren Struktur und Organisation des Gehirns bedrohen. Besteht
bei der Aktivierung der emotionalen Zentren durch Angst, gar