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und Jungen am stärksten ausgeprägt, die die intensivsten Gewalterfahrungen gemacht haben:
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Martin ist elf Jahre alt. Nachdem eine Unterbringung in der Pflegefamilie fehlgeschlagen ist, kommt er in eine Wohngruppe. Martins Vater schlägt ihn bei
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Wochenendbesuchen brutal zusammen. Martin käme sowieso schon bald in
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den Jugendknast, so seine feste Überzeugung, die er Martin bei jedem Besuch
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und bei jedem Kontakt präsentiert. Der kleine schmächtige Martin versucht
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verzweifelt, diesem das Gegenteil zu beweisen. Er liebt seinen Vater über alles,
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dieser ist sein Held.
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In allen Familien, in denen Kinder misshandelt werden, beobachten
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wir eine geradezu klassische Rollenumkehr bzw. die Verschiebung
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der Generationsgrenzen. Die Kinder übernehmen Verantwortung
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für ihre Geschwister, die trinkende Mutter, den schlagenden oder
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abwesenden Vater.
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Als Fünfjährige hat Julia ihre Geschwister Michael und Sabine zeitweise ernährt
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und versorgt. Im Heim angekommen will Julia weiterhin die Versorgung der Geschwister organisieren, sie kann noch nicht genießen, dass sich nun Erwachsene
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um ihre und um die Versorgung ihrer Geschwister kümmern.
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Die zum Überleben in der traumatisierenden Umwelt erlernten
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Rollenmuster wie Rollenumkehr und Parentifizierung werden auch
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in der nicht gefährlichen Umgebung beibehalten. Sie verhindern
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noch in der geschützten Umgebung, dass kindliche Bedürfnisse und
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Entwicklungsziele im Mittelpunkt stehen. Die Einbindung in das
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Geschehen durch die Übernahme von Schuld und Verantwortung
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kann zu einer lebenslangen Verstrickung der Kinder führen, die
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verhindert, dass sie selbstbestimmte Beziehungen und eine selbstbestimmte Lebensplanung entwickeln.
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Bindungen können auch durch Angst geprägt sein: Angst, was
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passiert mit Mama oder den Geschwistern, wenn ich nicht mehr
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zu Hause bin. Angst, was passiert mit mir. Diese Bindungen wirken
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wie ein Verschluss, der korrektive Erfahrungen nicht hindurch lässt.
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Bei Kindern, die sehr extrem von ihren Bezugspersonen bedroht
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wurden, beschreiben Praxis und Forschung immer wieder eine Art
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