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und Jungen mit Migrationshintergrund in den Erziehungshilfen
leicht überproportional vertreten sind.
Nach Schätzungen des Bundesfachverbandes 2018 wurden
12.201 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Obhut genommen,
knapp die Hälfte weniger als 2017, der Anteil von Mädchen lag bei
17 %. 92 % der Minderjährigen waren im Alter von 14 bis unter
18 Jahren, 8 % jünger. Bei den Mädchen ist der Anteil von unter
14-Jährigen mit 16 % besonders hoch, bei den Jungen machen unter
14-Jährige nur 6 % aus (https://b-umf.de/p/inobhut2018, Abfrage
01.09.2023).
Die begleiteten und insbesondere die unbegleiteten minderjährigen Jungen und Mädchen aus Kriegs- und Krisengebieten
haben häufig extreme Traumata wie Krieg, Tode naher Angehörigen, Trennung der Familie im Herkunftsland, weitere ungewollte Beziehungsabbrüche und eine lebensbedrohliche Flucht
überleben müssen. Aber auch die Rahmenbedingungen während
der Migration und in den Aufnahmeländer sind extrem belastend.
In Aufnahme- und Gemeinschaftslagern erleben sie
gewalttätige, alkoholisierte oder sexuelle Übergriffe
ungenügende hygienische und beängstigende Verhältnisse in
schlechten baulichen Zuständen
Zu eng, zu laut, keine Rückzugsräume zum Spielen oder Lernen
Isolation durch dezentrale Lagen
längere Zeit unklare Aufenthaltssituation.
(Johansson 2016, https://www.bosch-stiftung.de/sites/default/
files/publications/pdf_import/RBS_SVR_Expertise_Lebenssituation_Fluechtlinge.pdf, Abfrage 01.09.2023).
Sie können sich von den überstandenen Traumata nicht erholen und
müssen sich mit neuen Stressoren auseinandersetzen.
Yuval ist ein Junge aus Afghanistan, heute 18 Jahre alt. Mit seiner Familie ist er in
den Iran geflüchtet und mit 14 alleine nach Deutschland, auch in Lebensgefahr.
Er macht sich große Sorgen um seine Familie im Iran, seine Schwester ist herzkrank. Ohne Schulabschluss arbeitet er und schickt Geld an seine Schwester.
Mit einer geringen zeitlichen Unterstützung durch Kinder- und Jugendhilfe
versucht er alleine zurechtzukommen. Er hat einen unklaren Aufenthaltsstatus.