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Raw Blame History

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Sie führen den Haushalt. Sie werden verantwortlich (parentifiziert) und damit auch schuldig für den Zustand der Familie. Teilweise finden Realitätsverschiebungen der kranken Eltern statt: „Die Kinder werden von den kranken Eltern selbst als krank, andersartig, komisch bezeichnet und sogar in ihre Wahnvorstellungen mit einbezogen.“ (Beck 2004, S. 46 ff.) „Ich habe nie verstanden, wieso alles so schwer und seltsam ist. Ich gab mir selbst die Schuld, weil ich dachte, ich sei das Problem. Wenn meine Mama sauer auf mich war oder wir Streit hatten, war ich oft das Scheißkind, das ihr Leben versaut hat.“ (Anita Ebert 2018, S. 40)

Ein Teil der Mädchen und Jungen bewältigt diese Situationen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen (Kap. 2). Andere Kinder, die weniger Ressourcen zur Verfügung haben und vielleicht noch von anderen Belastungen betroffen sind, kommen in Krisen. Retrospektive Untersuchungen (Pretis/Dimova 2019) belegen Auswirkungen, die denen anderer Traumata ähneln: Schuldgefühle Hilflosigkeit, Gefühl von Unkontrollierbarkeit Traumatische Erwartung Geringes Selbstwertgefühl Verlust von Normen und Werten. Kinder psychisch kranker Eltern brauchen spezifische Hilfe, wie z. B. die Aufklärung über die Krankheit ihre Eltern, Berichte über andere Kinder psychisch kranker Eltern und Hilfe bei ihren spezifischen Ängsten. Ihnen hilft eine an den entwicklungsspezifischen Auswirkungen von belasteten und traumatisierten Mädchen und Jungen orientierte Unterstützung. Literaturtipps Briefwechsel zwischen Anita, deren Mutter psychisch krank ist (war) und ihrer Einrichtungsleiterin: Ebert, A./Sauerer, A. (2018): Vater, Mutter, Kind einmal anders. In: Weiß/Sauerer: „Hey, ich bin normal“. Pretis, M./Dimova, A. (2019): Frühförderung mit Kindern psychisch kranker Eltern. München. 4., überarbeitete Auflage.