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Seit Erscheinen der ersten Auflage dieses Buches habe ich die
Möglichkeiten genutzt, im Rahmen von Fortbildungen und Supervisionen und Fachtagen mit Pädagog*innen, Pflegeeltern und
Menschen anderer Professionen pädagogische Möglichkeiten der
Unterstützung von Traumabewältigung zu überprüfen und zu entwickeln. Diese Erfahrungen und Diskussionen sind nun berücksichtigt. Auch Leitungen von Einrichtungen wagen Wege eines
traumapädagogischen Konzeptes. An dieser Stelle herzlichen Dank
für die Bereitschaft, Neues zu probieren und dies gemeinsam zu
reflektieren. In den letzten Jahren ist ein Dialog von Praktiker*innen,
Forschenden und Lehrenden zur Traumapädagogik entstanden.
Dieser Dialog ist vor allem fruchtbar, weil er auf Augenhöhe geführt wird.
In diesem Buch wird die Elternarbeit ausschließlich im Kontext
von Kindeswohl (Kap. 9, 12) behandelt. Es wäre ein eigenes wichtiges
Thema gewesen (vgl. Macsenaere/Esser 2015). Zwar wird über
Elternarbeit sehr viel diskutiert, dennoch hat Jugendhilfe wenig
Erfahrung mit traumasensibler Elternarbeit und dem hierzu notwendigen Spagat. Nur der offene Umgang mit dem Wissen über
Kindeswohlgefährdungen kann verhindern, dass wir zu Kumpanen
von Verleugnung werden. Andererseits braucht es Räume, in denen
die Eltern die Möglichkeit haben mit ihrem Schmerz in Verbindung
zu kommen. Vielleicht auch um dann ihre Elternrolle neu definieren
zu können. Und das müssen erstmal Räume sein, die von den
Räumen der Kinder getrennt sind. Traumasensible Familienhilfe
wird vereinzelt praktiziert. Doch in der Kinder- und Jugendhilfe
bestehen entgegen der vollmundigen Erklärungen der öffentlichen
Jugendhilfe über die Bedeutung der biologischen Eltern selten
die finanziellen Möglichkeiten, angemessene Hilfen anbieten zu
können. Jugendhilfe kann damit nicht zufrieden sein. Ziele und
Möglichkeiten einer traumasensiblen Elternarbeit müssen ausprobiert werden.
Eine Leerstelle, leider auch in diesem Buch, muss erwähnt
werden. Die Berücksichtigung anderer kultureller Vorstellungen
ist in Einrichtungen der Erziehungshilfe defizitär. Die Ergebnisse
der Präventionsarbeit gegen sexuellen Missbrauch verweisen z. B.
darauf, dass Migrant*innen und ihre Kinder weniger von der