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Aggressivität brachten ihn immer mehr ins Abseits. Als er einen
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achtjährigen Jungen in der Schule missbrauchte, informierte die
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Schule das Jugendamt. Seine Eltern kümmerten sich kaum um
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Philipp. Philipps ältere Brüder besuchen ihn während seines Aufenthaltes nicht. Philipp ist kreativ und er kocht gerne. Auch in der
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Einrichtung missbraucht Philipp einen fünf Jahre jüngeren Mitbewohner. Manchmal trinkt er zu viel. Philipp hat oft Albträume,
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manchmal sitzt er in der Ecke und zittert. Manchmal starrt er durch
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das Fenster, einmal fragt er Anja, seine Bezugserzieherin: „Anja,
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wo ist mein Ich?“.
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Der Titel dieses Buches könnte auch lauten ‚Wer macht die Jana
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wieder ganz?‘ Jana kam im Alter von neun Jahren in eine stationäre
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Einrichtung. Als sie in das Heim kam, setzte sie sich unter einen
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Tisch und schlug rhythmisch mit einem Löffel auf den Boden:
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„Wer macht die Jana wieder ganz?“ wiederholte sie in monotonem
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Singsang. Als ihre Mutter starb, war Jana fünf Jahre alt. Kurz nach der
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Beerdigung zog die Freundin des Vaters in die elterliche Wohnung
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ein. Der Vater heiratete seine neue Partnerin. Er trank exzessiv, seine
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Frau, zu der Jana Mutter sagen musste, auch. Jana wurde in dieser
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Zeit – so vermutete die Sozialarbeiterin des Jugendamtes – viel geschlagen und sexuell missbraucht. Früh morgens wurde sie vor der
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Kindertagesstätte abgestellt, von der jeweiligen Erzieherin im Frühdienst bekam sie erst einmal ein Frühstück. In der Kita stellte sie alles
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Mögliche an, sie stahl, log, manchmal mischte sie die Kindergruppe
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auf. Jana sprang aus der Wohnung über den Balkon, wurde immer
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auffälliger. Schließlich wurde sie zur Klärung in der Kinder- und
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Jugendpsychiatrie untergebracht. Der Vater trank immer mehr,
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war immer weniger Herr seiner selbst. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie empfahl die Unterbringung in einer Wohngruppe, der
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Vater stimmte zu. Ein Jahr später – Jana ist neun Jahre alt – stirbt
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der Vater. Jana ist manchmal wie durch den Wind, dann bringt sie
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alle Pädagoginnen und Pädagogen an ihre Grenzen. Jana fühlt sich
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schuldig, für alles und jeden, vor allem aber, wenn jemand stirbt.
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Sie reagiert panisch, wenn die Bezugspädagogin krank wird. Und
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die findet Matronenhaarschnitte unmöglich.
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In allen Heimen leben Mädchen und Jungen wie diese beiden.
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Einige werden Ihnen – neben Philipp und Jana – in diesem Buch
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