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Cornelia Helfferich (2019). Das ist wahrlich eine Herausforderung
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an die Fachwelt! Sie wollen nicht länger schräg angesehen und als
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Opfer ausgegrenzt werden, diese Aussage unterstützen die Befragten
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mit 74,4 % (Kavemann et al. 2019, S. 29). Die Opferrolle führe zur
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Stigmatisierung oder die Stigmatisierung zum Verharren in der
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Opferrolle: „Ich will, das andere endlich anerkennen, dass ich ein
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Opfer bin. Damit ich mich anschließend aus dieser Opferrolle befreien kann.“ (ebd., S. 25)
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Ich selbst komme auch aus einer Kinderhölle, sexuelle und
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körperliche Gewalt waren mein tägliches Brot. Ich habe nur einmal öffentlich darüber gesprochen. Opfer-sein beschämt. So habe
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auch ich mich geschämt für das, was mir angetan wurde. Manche
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Kolleg*innen bestätigten meine Bedenken, z. B. die Befürchtung,
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dann als unprofessionell angeschaut zu werden, man würde mich
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eher bemitleiden statt meine Lebensleistung auch vor diesem
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Hintergrund zu würdigen. Ich wäre dann nicht mehr objektiv, hieß
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es. Doch was bedeutet Objektivität? Evidenzbasierte Aussagen
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kontra Erfahrungswissen der Menschen aus herausfordernden
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Lebensumständen? Wie auch immer, ich möchte dazu beitragen,
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dass Menschen wie ich über das, was sie überstanden haben,
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reden können, ohne sich zu schämen oder ausgegrenzt zu fühlen:
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„Durch das öffentliche Bekenntnis verliert das Trauma eine wichtige
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Dynamik: Es will im Dunkeln bleiben“, so eine Betroffene der Befragung (Kavemann et al. 2019, S. 25). Und es bleibt die Hoffnung,
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dass die Teile von Gesellschaft und Politik, die sich nach wie vor
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weigern, Verantwortung für jegliche Gewalt gegen Menschen zu
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übernehmen, zumindest in Zugzwang geraten. Der Verlust des
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Mitgefühls und eine Politik der Gleichgültigkeit (Gruen 1977, vgl.
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auch https://www.youtube.com/watch?v=sBU9mKNTsBE, Abfrage
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01.09.2023) fordert uns auf, Politik neu zu denken und Räume zu
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schaffen, in denen darüber nachgedacht wird, wie Verhältnisse, die
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menschliches Leid zulassen oder hervorbringen, zum Einstürzen
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zu bringen sind.
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Philipp kam im Alter von dreizehn Jahren in die Einrichtung.
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Damals war er ein schmaler Junge mit großen, traurigen Augen.
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Die Initiative für die Unterbringung ergriff sein Lehrer. Philipp
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war in der Schule nicht mehr zu halten; Schulverweigerung und
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