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Einleitung
Seit dem Erscheinen der 1. Auflage dieses Buches 2003 hat sich
vieles verändert, Das Wissen um die Möglichkeiten der Hilfe ist
explodiert. In einigen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
wird konsequent traumapädagogisch gearbeitet. Forschungen belegen, Traumapädagogik ist ein hilfreiches Konzept (KrautkrämerOberhoff et al. 2014; Gahleitner et al. 2015; 2016). Die Fachöffentlichkeit beschäftigt sich auf Tagungen mit den Ausdifferenzierungen
der Traumapädagogik.
Die Gesellschaft hat sich verändert, es ist rauer geworden, autoritäre Ideologien nehmen weltweit zu. Diese gesellschaftlichen Veränderungen beeinflussen auf tiefgreifende Weise die Situation von
Kindern und Jugendlichen. Und es gibt die andere Seite. Erfreulich
viele Menschen kämpfen für einen besseren Umgang mit unserer
Erde. In Italien lehnen sich junge Menschen gegen Korruption und
andere Auswüchse politischer Korruption auf. In Chile wehren sich
auch wieder überwiegend junge Menschen gegen die fortschreitende
Neoliberalisierung, sie kämpfen für gute Bildung und soziale Gerechtigkeit, in Bali kämpfen junge Frauen gegen den Plastikmüll im
Meer, und, und, und …
Auch ich habe mich verändert, nicht nur, dass ich jetzt Oma bin,
ich wurde schon zuvor Oma der Traumapädagogik genannt. Das
ehrt mich. Vor allem aber konnte ich in den letzten zehn Jahren im
Kontakt mit Professionellen und mit Expert*innen mein Konzept
vertiefen. So hat mich der Begriff traumatisierte Menschen, der
diese auf die Beschädigung reduziert, schon immer sehr gestört.
Eine Teilnehmerin einer Weiterbildung meinte, sie würde lieber von
Menschen aus herausfordernden Lebensumständen sprechen. Das
übernahm ich gerne, bildet dieser Begriff doch auch die Lebensleistung der Mädchen und Jungen ab. Vor allem konnte ich in Zusammenarbeit mit den Mädchen, jungen Frauen im → Antonia Werr
Zentrum und ihrer Leiterin Anja Sauerer das Konzept der Expertenschaft Menschen aus herausfordernden Lebensumstände sind