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Bewältigungsverläufen, die als positiv beschreibbar sind, steht
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keineswegs im Widerspruch zu den […] Befunden zu schädigenden
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Auswirkungen, sondern leistet einen Beitrag zu einem integrativen
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Verständnis dafür, wie Menschen sich der ihnen aufgezwungenen
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Aufgabe stellen, Erfahrungen sexueller Viktimisierungen zu verarbeiten“ (Mosser 2020, S. 3). Es geht um das Zusammenspiel von
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individuellen und gesellschaftlichen Wirkkräften der Möglichkeiten
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bei der Bewältigung von traumatischen Lebensumständen.
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Als Grundierung stellt Wilma Weiß dem Buch ein Zitat von
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Imre Kertesz voran, der über seine höchstpersönliche Entscheidung
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spricht, Auschwitz und Buchenwald zu bewältigen. Die eigene
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Geschichte – und damit die erlebte Gewalt als Teil dieser Geschichte –
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zu verstehen, sich davon „erschüttern“ zu lassen und über diesen
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Weg die „Befreiung zu suchen“, verdichtet das Erleben zur Erfahrung.
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Die Erfahrung kann dann produktiv das weitere Leben begleiten.
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Die Herausforderung bei der Bewältigung von Trauma liegt somit
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im Verstehen, für Wilma Weiß die Basis der Traumapädagogik. Es
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geht um eine Perspektive nach aufgezwungener Ohnmacht: „Verstanden werden, Selbstverstehen und gemeinsam Verstehen bilden
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den Boden der Erfahrung ‚Hey, ich bin normal‘ sind die Grundlage
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der Pädagogik der Selbstbemächtigung.“ Die größte Wirkkraft bei
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der Bewältigung traumatischer Kindheitserlebnisse entfaltet das gemeinsame Verstehen, wenn Pädagog*innen mit Jugendlichen – den
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Expert*innen aus Erfahrung – ein Arbeitsbündnis Augenhöhe eingehen und sich dabei ihrer professionellen Verantwortung bewusst
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sind. Dieses Bündnis drückt die Anerkennung von Leid und Unrecht
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aus, auf die Menschen einen Anspruch haben, wenn sie Gewalt erleben mussten (Doll/Nagel 2019). Anerkennung ist auch in einer
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weiteren Hinsicht erforderlich: die Anerkennung der Lebensleistung,
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der Respekt vor dem, was die Mädchen und Jungen bei außerordentlich schwierigen Startbedingungen in ihrem kurzen Leben
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geleistet haben. Die Anerkennung ihrer Lebensleistung spielt eine
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entscheidende Rolle für die Integration ihrer Lebenserfahrungen.
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Hier fällt eine doppelte Perspektive im Buch auf: Wilma Weiß legt
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den Schwerpunkt auf die Bewältigungsprozesse der Kinder und
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Jugendlichen und zieht gleichzeitig Forschungsergebnisse heran,
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die die Lebensleistung heute erwachsener Betroffener von sexueller
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