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Fachverband Traumapädagogik e. V.
nur) traumabetroffene Menschen in ihren Selbstbemächtigungsprozessen (Weiß in diesem Band) unterstützen können. Dabei wird dem Blick auf gesellschaftliche und politische Kontexte eine hohe Bedeutung beigemessen. Einen wichtigen Rahmen stellt auf allen Ebenen die traumapädagogische Grundhaltung dar, welche sich u. a. durch eine Beachtung der jeweiligen Entwicklungslogik sowie die Anerkennung der Expertinnenschaft eines jeden Menschen für sich selbst auszeichnet (Bausum 2023). So entstanden in den unterschiedlichen Arbeits- und Projektgruppen zuletzt u. a. Standards für das traumapädagogisch-diagnostische Verstehen (Andreae de Hair et al. 2022) sowie traumapädagogische Konzepte für unterschiedliche Handlungsfelder wie die Schule, das Pflegekinderwesen oder die Arbeit im Bereich der frühen Kindheit. Der anfängliche Fokus auf die stationäre Kinder- und Jugendhilfe, der zweifelsfrei eine hohe Bedeutung für die Entwicklung der Traumapädagogik hatte, löst sich somit auch innerhalb des Fachverbands inzwischen zugunsten einer thematischen Vielfalt sukzessive auf. Eine besondere Rolle in der Weiterentwicklung der Fachrichtung kommt seit 2017 dem Expertinnen-Rat zu, in welchem junge Menschen aus herausfordernden Lebenskontexten (meist Careleaver oder junge Menschen aus den stationären Hilfen) gemeinsam mit Fachmenschen das bedeutsame Konzept der Expert*innenschaft stetig ausdifferenzieren und weiterentwickeln sowie sich mit der Frage auseinandersetzen, was gute bzw. hilfreiche Traumapädagogik ausmacht (Stern/Klütsch 2023). Von Beginn an hat es eine hohe Bedeutung, die traumapädagogischen Konzepte und Methoden auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen (aus Psychotraumatologie, Bindungstheorie, psychoanalytischer und emanzipatorischer Pädagogik etc.) und gleichzeitig möglichst konkret und praxisorientiert zu fassen. Die Praxisorientierung zeigt sich dabei nicht nur in Form alltagsbezogener und handhabbarer Konzepte und Methoden, sondern auch in der konsequenten Beschreibung notwendiger institutioneller Rahmenbedingungen, welche es für die nachhaltige Umsetzung der Konzepte braucht (Lang et al. 2013). Hinsichtlich der verwendeten Sprache wird der Anspruch verfolgt, dass nicht nur eine breite Fachöffentlichkeit, sondern auch die betroffenen Menschen diese nachvollziehen und das transportierte Fachwissen im Rahmen des Selbst- und eines gemeinsamen Verstehens für sich nutzen können (Weiß in diesem Band). Die Entwicklungsprozesse in den Arbeits- und Projektgruppen werden sowohl innerhalb des Fachverbands als auch im (wissenschaftlichen) Netzwerk stets kritisch begleitet und sind somit in eine breite Fachlichkeit eingebettet. Erarbeitete Konzepte, Methoden und Standards werden vom Fachverband seit seiner Gründung regelmäßig in Publikationen und auf Fachveranstaltungen veröffentlicht (siehe hierzu www.fvtp.org).