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Forschung und Qualitätssicherung
Der Vielfalt traumapädagogischer Praxis ist jedoch nicht mit einzelnen Forschungsmethoden allein gedient, sondern es muss auf die gesamte Bandbreite
qualitativer und quantitativer Verfahren unterschiedlicher Disziplinen zurückgegriffen werden. Die Kombination verschiedener methodischer Herangehensweisen, heute weitgehend gefasst unter den Begrifflichkeiten »Methodenintegration«,
»mixed methods« oder »Triangulation«, erweist sich dabei als besonders geeignet,
den induktiv-deduktiven Wechselprozess zwischen bestehendem und zu ermittelndem Wissen zu realisieren (Schreier/Fielding 2001). Allerdings kann Triangulation auch Illusionen fördern und wird in den Problematiken, die sie mit sich
bringt, häufig unterschätzt. Der Integrationsversuch von Ergebnissen aus verschiedenen Erhebungs- und Auswertungsprozessen führt daher häufig zu zweifelhaften Vergleichen. Resultat ist meist kein einheitliches oder gar vollständiges,
sondern ein kaleidoskop­artiges Gesamtbild, das sich z. B. durch Brüche und Diskrepanzen auszeichnet (Flick 2011; bereits Köckeis-Stangl 1980); eine Tatsache,
mit der man sich ohnehin in der psychosozialen Praxis und in der darauf bezogenen Forschung anfreunden muss.
Im folgenden Abschnitt wird ein Beispiel traumapädagogischer Forschung vorgestellt.
Beispiel: Evaluation einer Traumapädagogikschulung
In der Tabaluga Kinder- und Jugendhilfe (www.tabalugastiftung.de) wird Kindern und Jugendlichen, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr in ihren
Herkunftsfamilien leben können, ein Aufwachsen in familienähnlichen Wohngruppen geboten. Im Sinne der Qualitätssicherung initiierte die Einrichtung eine
umfassende traumapädagogische Schulung. Zu einer solchen Implementierung
traumapädagogischer Schulungsinhalte in stationäre Kinder- und Jugendhilfesettings gibt es bisher nur wenige Studien (vgl. jedoch Schmid et al. 2009;
Krautkrämer-Ober­hoff/Klein/Macsenaere 2014; Schmid 2014, Zwönitzer et al.
2014; Schmid et al. 2017; Schmid/Maissen 2021). In Kooperation mit der Donau-Universität Krems nahm die Einrichtung daher zugleich eine Evaluation zur
Implementierung der traumapädagogischen Schulungsreihe durch das Zentrum
für Traumapädagogik vor.
Das multimethodische Forschungsprojekt versuchte entlang der soeben angestellten Überlegungen eine explorative Annäherung an Wirkungsforschung zur
Betreuungsqualität unter Einfluss der Traumapädagogikschulung. Eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Herangehensweisen durch Interviews
sowohl mit Kindern und Jugendlichen und ihren Pädagog*innen als auch mit Leitungspersonen sowie zwei quantitativen Analysen ermöglichten, sich dem
Gegenstand von verschiedenen Seiten zu nähern und ihn durch eine Triangulati-