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Trauma und die Folgen für den Körper
aufbau noch eine -abfuhr möglich ist« (Hantke/Görges 2012, S. 61). Diese Form
der Bewegungslosigkeit ist ebenso wie die ersteren eine instinktbasierte und autonome Reaktion. Fliehen und kämpfen dient dem Ziel, der Gefahr zu entkommen.
Bei Säugetieren können wir beobachten, wie Bewegungslosigkeit das angreifende
Raubtier zu dem Fehlurteil verleitet, dass das Beutetier tot und sein Fleisch möglicherweise schlecht ist (Levine 1998).
Die Kampf-Flucht-Reaktion wird durch den Sympathikus gesteuert, die Erstarrung dagegen durch den Parasympathikus als Gegenspieler. Der parasympathische dorsale Zweig des ANS mobilisiert dabei Energien, um die Unmengen an
sympathischer Überlebensenergie so zu drosseln, damit in Sekundenschnelle ein
Zustand der Bewegungslosigkeit erreicht werden kann.
Die sympathische Überlebensenergie wird dabei nicht verbraucht, sie wird eingefroren. Die motorischen Aktionspläne, die das Fliehen und Kämpfen ermöglichen, werden dabei jäh unterbrochen. Beutetiere, die durch die Erstarrungsreaktion den scheinbar tödlichen Angriff überlebt haben, erwachen danach allmählich
aus der Schockstarre. Der Körper sucht einen Weg, um vom Zustand der Bewegungslosigkeit wieder ins Leben zu gelangen.
Beobachtungen in der Natur zeigen, wie wildlebende Tiere die Erstarrung auflösen und sich dabei von den »gesamten komprimierten Energien« (Levine 1998,
S. 30) befreien. Sie zucken, beben und zittern, um die biochemische und muskuläre Ladung aus dem Körper zu deaktivieren. Tiere, die vor der Erstarrung zu fliehen
versuchten, zeigen in der Phase der Erstarrungsauflösung Bewegungsmuster, die
an eine Fortsetzung der letzten Fluchtbewegungen vor dem Eintritt der Erstarrung
erinnern (Scaer 2014).
Trauma und die Folgen für den Körper
Eine Traumatisierung hat unausweichlich Folgen für die Funktionsweise unseres
Gehirns und auf die Regulation unseres ANS.
Traumata und die Funktionsweise unseres Gehirns
Vor allem über unsere primären Sinne sehen, hören und riechen nehmen wir eine
Gefahr wahr (Scaer 2014). Über bestimmte Schaltstellen im Gehirn werden diese
Sinnes-Informationen an die Amygdala, die Warnzentrale unseres Gehirns, weitergeleitet. Die Amygdala übermittelt normalerweise Botschaften an die oberen
und unteren Gehirnbereiche. »Jeder Teil des Gehirns, der von der Amygdala verarbeitete Informationen empfängt, reagiert wahrscheinlich auf den emotionalen
Inhalt des Erlebten, […] (Scaer 2014, S. 79).
Je bedrohlicher das Erlebnis nun erscheint, umso mehr werden im Gehirn die
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