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Transgenerationale Weitergabe von Traumatisierungen
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Bedrohliche Autonomie
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Auch für Kogan stellt die mangelnde Fähigkeit zur Trennung zwischen traumatisiertem Elternteil und Kind einen zentralen Punkt bei der transgenerationalen
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Weitergabe dar. Ihre zentrale These ist, dass die Beschädigung der Eltern durch die
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Erfahrung extremer Traumatisierungen, wie es für die Holocaustüberlebenden zutrifft, oft zu einer pathologischen Entwicklung führt, welche die Errichtung natürlicher Grenzen zwischen den Generationen unmöglich macht. Die Zerstörung
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bzw. der mangelnde Aufbau interpersonaler Grenzen führt zu einem Aufrechterhalten einer Ungetrenntheit, einer symbiotischen Verschmelzung von Mutter und
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Kind, das sich in einer archaischen, globalen Identifizierung des Kindes mit der
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Mutter niederschlägt. In dem Verlangen nach Einssein kommt es zu einem Niederreißen der Grenzen (Kogan 2009).
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Kogan (2009) postuliert, dass die der normalen psychischen Entwicklung adäquate Entwicklung von Grenzen jedoch für Kinder schwer traumatisierter Eltern
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von Beginn an behindert ist. Es kommt zu einer Lockerung und teilweisen Auflösung innerer Grenzen, was es erschwert oder punktuell unmöglich macht, sicher
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zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Selbst und Objekt, zwischen
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Fantasie und Realität zu unterscheiden. Diese Folge der erlebten schweren Traumatisierung hat gravierende Folgen für die weitere Beziehungsgestaltung, insbesondere zu den eigenen Kindern.
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Die Verwechslung einer leicht aktualisierbaren Vergangenheit mit der gegenwärtigen Situation, wie sie für traumatisierte Menschen in Momenten, die an die
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Zeit der Traumatisierung rühren, immer wieder passiert, macht auch ihre Kinder
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zu Protagonisten einer vergangenen traumatischen Zeit. In diesen Momenten einer forcierten Regression, in denen einmal erreichte psychische Entwicklungen
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wieder rückgängig gemacht werden und zusätzlich aktivierte traumatische Introjekte die sicheren Grenzen zwischen Selbst und Objekt unscharf werden lassen,
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werden Kinder Teil dieser bedrohlichen Welt, in der Realität und Fantasie zu verschwimmen scheinen. Die so sehr durchlässigen Grenzen der traumatisierten
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Mutter machen es an diesen Punkten unmöglich, die mütterlichen Funktionen
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eines sicheren Haltens und Containments für eine gesunde Entwicklung ihrer
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Kinder bereitzustellen.
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Ein weiterer Modus der Weitergabe von Traumatisierungen vollzieht sich dadurch, dass Kinder für traumatisierte Menschen die Funktion haben können, die
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erlittenen Verluste zu kompensieren. Dem Kind kommt somit eine wichtige, den
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Elternteil stabilisierende Ersatzfunktion zu. Verbunden damit ist allerdings das
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Problem, dass die für die eigene Entwicklung notwendigen Autonomiebestrebungen des Kindes von den Eltern als Bedrohung ihrer psychischen Stabilität erlebt
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werden können. Das Kind übernimmt daher häufig in seiner großen Abhängigkeit
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und auch vor dem Hintergrund seines Wunsches, den beschädigten Eltern zu hel-
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