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Vernetzung Traumatherapie/Traumapädagogik
es um eine »heilende Gemeinschaft« (Perry/Szalavitz 2006/2021, S. 291; Weiß
2023, S. 15, Gahleitner in diesem Band). Eine nach innen orientierte, Raum gebende, vor dem Alltag geschützte therapeutische Beziehung ist für diesen Prozess sehr
hilfreich, kann aber nur in enger Vernetzung mit den umgebenden Systemen des
Kindes dieses Beziehungsangebot eröffnen. Die Arbeit muss also vom Gesamtsystem in enger Abstimmung zwischen pädagogischen, alltagsorientierten und therapeutischen Aufgaben (Gahleitner 2021) getragen werden.
Das Umfeld kann so pädagogisch die notwendige Entlastung für den Bewältigungsprozess bieten und zur Stabilisierung und Traumabewältigung beitragen.
Umgekehrt muss das therapeutische Vorgehen Rücksicht auf Entwicklungsaufgaben des Kindes nehmen. Die Verständigung über Sinnhaftigkeit und Ablauf dieses
Prozesses muss im gegenseitigen Respekt und in Kenntnis der jeweils anderen Bereiche erfolgen. Die engmaschige Zusammenarbeit und Vernetzung erfahren bei
jedem Einzelfall eine individuelle Ausgestaltung. Bereits beim Sammeln dessen,
was dem Kind früher zugestoßen ist, ist der Therapeut bzw. die Therapeutin oft auf
Informationen des Jugendamtes oder der leiblichen Eltern angewiesen.
Häufig empfiehlt es sich auch beim Traumaprozessieren, die Geschichte zusammen mit den aktuellen Bezugspersonen zu schreiben. Erst danach spricht der*die
Therapeut*in sie mit dem Kind zusammen durch. Oft fügen die Kinder dann noch
für sie bedeutsame Ergänzungen an, aber das Vorgehen kann sie entlasten. Teilweise hat es sich auch bewährt, die Traumaerzählgeschichte im Beisein der heutigen Bezugspersonen vorzulesen. Kinder erleben die Anwesenheit der heutigen
Bezugspersonen als schützend und tröstend. Ihre Bezugspersonen sind dann auch
Zeugen dessen, was ihnen passiert ist. Dies hilft, die Bindung zwischen Kind und
Bezugsperson weiter zu stärken. In der Regel erleben die Kinder eine Traumaerzählgeschichte als entlastend. Gleichzeitig werden natürlich Erinnerungen und
Affekte angestoßen und wirken nach.
Lebt das Kind in Heim oder Wohngruppe, muss das Gesamtteam darüber informiert sein, dass Traumabearbeitung stattgefunden hat. Das Kind braucht im
Anschluss an eine Traumabearbeitung besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge.
Es sollte gewährleistet sein, dass eine Bezugsperson da ist, die das Kind, wenn es
nötig wird, auffängt. Grundsätzlich wichtig ist darüber hinaus, dass sowohl das
Kind selbst als auch ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin der Einrichtung Kontakt zu dem*der Therapeut*in aufnehmen kann, wenn eine Krise droht.
Geschieht die therapeutische Arbeit auf diese Weise vernetzt mit der sozialen
Umgebung des Kindes und ist die Arbeit abgestimmt bis hin in die übergeordneten Kooperationsbeziehungen hinein (Gahleitner/Homfeldt in diesem Band), profitieren auch alle Beteiligten von der therapeutischen Arbeit. In der Pflegefamilie,
im Heim oder in der WG treten Konflikte weniger häufig und weniger heftig auf.
Die Bezugspersonen erleben sich weniger (heraus)gefordert, Übertragungs- und