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Vernetzung Traumatherapie/Traumapädagogik
der pädagogische sowie psychotherapeutische »Alltag« dies ermöglicht. Eine gegenseitig wertschätzende Haltung zwischen Eltern, Pädagog*innen und Therapeut*innen ist Voraussetzung für einen gelingenden Therapieprozess.
Behandlungskonzept
In einer üblichen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie findet die Therapie in
der Dyade Therapeut*in-Kind statt. Zusätzlich gibt es meist im Verhältnis 1 : 4
Gespräche mit den Bezugspersonen. Dabei besteht Schweigepflicht über das, was
in den Therapiestunden des Kindes oder Jugendlichen geschieht, sowohl den alten
als auch den neuen Bezugspersonen gegenüber. Dieses Setting hat den Sinn, den
Kindern oder Jugendlichen einen Raum anzubieten, in dem sie angstfrei alles ansprechen und beleuchten können, was belastet, ohne dass Sanktionen befürchtet
werden müssen. Zusätzlich wird der Beziehung Therapeut*in-Kind/Jugendliche*r
ein besonderer Stellenwert eingeräumt. In der Behandlung komplex traumatisierter Kinder mit dissoziativer Symptomatik ist jedoch eine Abänderung des üblichen kinderpsychotherapeutischen Settings indiziert.
In diesen Therapien hat es sich als sehr hilfreich erwiesen, die heutigen Bezugspersonen stärker mit in die Therapiesitzungen des Kindes einzubinden (Wieland
2011/2018). Unter der Voraussetzung eines einfühlsamen, behutsamen gemeinsamen Eingehens auf das Kind können die Vermeidungstendenzen des Kindes sowie
die dissoziativen Bewältigungsstrategien eher bearbeitet und aufgeweicht werden.
Zusätzlich kann die Bindung zwischen Kind und heutigen Bezugspersonen unterstützt und gestärkt werden. Die Schweigepflichtentbindung für die Gesprächspartner*innen seitens der heutigen Sorgeberechtigten muss natürlich vorab gegeben
sein. Hinsichtlich der Therapie mit Jugendlichen bedarf das Konzept vor dem Hintergrund der Autonomiebestrebungen Jugendlicher altersangemessener Anpassung.
Bereits im diagnostischen Prozess stellt die Einschätzung der heutigen Bezugspersonen einen wichtigen Baustein für die weitere Therapieplanung dar. Neben
den Gesprächen mit dem Kind selbst, neben der Beobachtung seines Spielverhaltens, seiner Beziehungsaufnahme zu dem*der Therapeut*in, den eigenen Gegenübertagungsgefühlen des*der Therapeut*in, können die heutigen Bezugspersonen
in der Regel am detailliertesten über das Kind berichten. Wie erleben die Pflegeoder Adoptiveltern, die Bezugsbetreuer*innen im Heim das Kind? Gibt es abrupte
Wechsel im Verhalten, in den Emotionen, in den Vorlieben oder Fähigkeiten? Gibt
es Amnesien nicht nur für Vergangenes, sondern auch gegenüber Erlebnissen aus
der gegenwärtigen Zeit? Verfällt das Kind in Trancen, berichtet es über innere
Freunde oder innere Stimmen, die die Kontrolle über sein Verhalten übernehmen? Was ist bekannt über seine Säuglings- und Kleinkindzeit, was über seine
Traumageschichte?