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Literatur
Vernetzung Traumatherapie/
Traumapädagogik
Anne Schmitter-Boeckelmann
Kinder und Jugendliche, die sich im Jugendhilfekontext bewegen und zusätzlich
therapeutische Hilfen erhalten, haben in der Regel komplexe Traumatisierungen
durch nahestehende Bindungspersonen erlebt. Meist war niemand verfügbar, der
sie in der Bewältigung dieser Erlebnisse unterstützt hätte. Das heißt, diese Kinder
und Jugendlichen waren immer wieder mit Situationen konfrontiert, in denen sie
von extremer Hilflosigkeit und Gefühlen von Ausgeliefertsein, Ohnmacht, Panik
und Todesangst überschwemmt wurden ohne eine schützende Person in ihrem
Umfeld. Als Folge dieser frühen Erfahrungen zeigen viele Kinder und Jugendliche
Symptome, die sich einerseits einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung, andererseits dem Spektrum der dissoziativen Störungen zuordnen lassen
(siehe auch Busse in diesem Band).
Neben den hier genannten Störungsbildern zeigt sich bei Kindern und Jugendlichen aufgrund des Ausbleibens positiver Bindungserfahrungen häufig auch eine
Bindungsproblematik oder -störung. Ein bindungsgestörtes Kind zeigt dann in
der Folge in sozialen Situationen destruktive Beziehungsmuster (Gahleitner in
diesem Band). Die Kinder und Jugendlichen leiden erheblich unter den hier nur
kurz umrissenen Problematiken. Häufig gibt es Auswirkungen in allen Bereichen
ihrer Persönlichkeit und ihres Alltags. Auch für ihre Umwelt stellt der Umgang mit
ihnen und ihren Unruhezuständen, ihren massiven Ängsten, depressiven und aggressiven Stimmungslagen, abrupten Stimmungsumschwüngen, Gedächtnislücken immer wieder eine große Herausforderung dar. Oftmals können Verhaltensweisen der Kinder und Jugendlichen von Bezugspersonen nicht richtig eingeordnet
werden und bringen die Betreuungspersonen an die eigenen Grenzen.
Eine psychotherapeutische Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit den
hier beschriebenen Symptomen hat das Ziel, subjektives Leiden zu verringern,
Blockierungen in der Persönlichkeitsentwicklung aufzuheben und Heilungsprozesse einzuleiten. Spezielle traumatherapeutische Verfahren für die Behandlung
von Kindern und Jugendlichen sind mittlerweile verfahrensübergreifend entwickelt und immer mehr verfeinert worden. Ob die Behandlung des Kindes oder
des*der Jugendlichen erfolgsversprechend ist, hängt allerdings auch wesentlich
davon ab, ob der Psychotherapeut oder die Psychotherapeutin wie auch die aktuellen Bezugspersonen Bereitschaft zur Kooperation und Vernetzung zeigen und
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