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Verstehen, wie ich ticke
merinnen brauchen, verarbeiten können und wollen und ihnen nach Einschätzung der Leiterinnen am besten hilft.
So kann es gelingen ›Champions League‹ der Traumapädagogik, so haben wir es immer wieder auch mal schmunzelnd genannt. Doch das ist nicht ganz falsch. Besonders Mädchen* und Jungen* aus herausfordernden Lebensumständen haben sehr feinsinnige Antennen dafür, mit wem sie über ihre Erfahrungen reden können und mit wem nicht. Wenn ein Kind getriggert wird, gilt es, dies möglichst schnell zu erkennen und es zuverlässig aus einer Rückblende herauszuholen. Menschen, die Workshops für Mädchen* und Jungen* anleiten, haben eine hohe Verantwortung. Voraussetzung sind pädagogische Leidenschaft und keine Angst vor schweren Themen. Ausreichendes Fachwissen erleichtert das Tun ungemein. Störungswertige dissoziative Zustände können eine Gruppe sprengen. Mit Fachwissen und dem Wissen um heilende Interventionen kann dies verhindert oder beendet werden. Vertrauen in die Mädchen* und Jungen* ist angebracht. Nicht selten haben diese bereits kluge und hilfreiche Strategien im Umgang mit ihrer Traumatisierung entwickelt und wissen genau, was zu tun ist und was sie brauchen. Deshalb sehen wir die Mädchen* und Jungen* als Expertinnen für herausfordernde Lebensumstände an, von denen auch die KiWo-Leiterinnen viel lernen können. »Im Grunde haben wir nur ein einziges wirklich zuverlässiges Lehrbuch, und das sind unsere Patienten. Wir sollten nur auf das vertrauen, was wir von ihnen – und aufgrund unserer eigenen Erfahrungen – lernen würden.« So zitiert van der Kolk den Rat seines Lehrers, Elvin Semrad (van der Kolk 2015, S. 20) Das Expertenwissen der traumatisierten Kinder und die daraus resultierende Kraft immer wieder in deren Bewusstsein zu holen, ist eine wichtige Verantwortung der KiWo-Leiterinnen. Die oben beschriebene innere Haltung sollte sich während der Arbeit auch in der Sprache der KiWo-Leiterinnen niederschlagen. So kann beispielsweise der Begriff ›Selbstverstehen‹ den Begriff ›Psychoedukation‹, ›Herausfordernde Lebensumstände‹ das Wort ›Traumata‹ und ‹Gemeinsames Tun‹ das Wort ›Hilfe‹ ersetzen. Das Verständnis für den ›Dreiklang des Verstehens – verstanden werden, selbst verstehen, gemeinsam verstehen‹ kann die oben beschriebene innere Haltung der KiWo-Leiterinnen noch förderlich ergänzen (Weiß 2024, S. 171ff.). Die Annahme der Expertinnenschaft ist die Basis unserer Arbeit. Diese Themen erfordern Selbstreflexion. Stressregulation ist ohne das Wissen über die Körperempfindung, die körpergewordene Sprache der Gefühle (Levine/Kline 2004) und eigener Übung im Umgang mit Körperempfindungen zumindest schwierig. Übertragungen und Gegenreaktionen – die der Referentinnen und die der Teilnehmerinnen sind immer gegenwärtig. Wir fordern die Mädchen* und Jungen* ja