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Transparenter und kohärenter Umgang mit Traumasymptomatik
Transparenter und kohärenter Umgang mit
Traumasymptomatik
Es braucht einen offenen Umgang mit den Auswirkungen traumatischer Erfahrungen in den pädagogischen Gruppen. Hierbei geht es nicht um das Offenlegen
individueller biografischer Belastungen, sondern um eine Möglichkeit, die Kinder
und Jugendlichen immer wieder aus der immensen Wirkmacht von Scham, Isolation und Tabu zu befreien. Es ist die Aufgabe der erwachsenen Bezugspersonen,
das Unaussprechliche immer wieder in Worte zu fassen. Dabei müssen Transparenz und individuelle Sicherheit immer ausgewogen sein, die Kinder und Jugendlichen dürfen unter keinen Umständen dabei bedrängt oder beschämt werden. Die
jungen Menschen müssen erfahren, was Übertragungen, Trigger, Flashbacks etc.
sind und wie sie bei ihnen und den anderen Gruppenmitgliedern wirken. Welchen
Gewinn das für den/die Einzelne*n bringt, wird deutlich am Beispiel Trigger.
In der Regel kennen die Kinder und Jugendlichen einer Gruppe die Trigger der
anderen und nutzen diese, um zu manipulieren, eigene Ohnmacht zu kompensieren und/oder einfach nur, um andere zu ärgern. Erst wenn wir transparent über
die Dynamik von Trauma sprechen und erklären, was Trigger sind, wie sie wirken
und was sie auslösen, können sie unterscheiden zwischen ärgern und quälen.
Das ist die Voraussetzung, um sich in einer Gruppe klar zu positionieren. Das wird
nicht dazu führen, dass fortan in dieser Gruppe nicht mehr absichtlich getriggert
wird. Wenn es aber durch diese Transparenz gelingt, dass ein oder mehrere Gruppenmitglieder äußern, dass sie es nicht in Ordnung finden, wenn in der Gruppe
andere gequält werden, ist das die überzeugende Deutlichkeit, die ein/e Einzelne/r
erfährt und die helfen kann, Scham, Isolation und Tabu immer wieder aufzulösen.
Das Gleiche gilt für einen transparenten Umgang mit Flashbacks, Manipulationen, Übertragungen, Dissoziationen und allen anderen Auswirkungen traumatischer Erfahrungen. Die Kinder und Jugendlichen werden ein Leben lang mehr
oder weniger intensiv mit den Auswirkungen ihrer traumatischen Erfahrungen
konfrontiert sein. Sie werden Menschen begegnen, die damit rücksichtsvoll umgehen, Menschen, denen das völlig egal ist und Menschen, die das sogar ausnutzen.
Die Gruppe und die Gruppendynamik müssen ein möglichst sicherer Ort sein, an
dem Kinder und Jugendliche einen Umgang mit all diesen unterschiedlichen Reaktion und Verhaltensweisen lernen können, um so einen sicheren Zugang zu ihren selbstregulatorischen Fähigkeiten zu entwickeln.
Gruppenreflexion
Die Rückmeldungen Gleichaltriger haben einen ungleich höheren Stellenwert als
die Rückmeldungen der erwachsenen Bezugspersonen. In vielen Gruppen finden
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