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Raw Blame History

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Die unheilvolle Verflechtung von Trauma und Schuld

prägt, da diese oft mit Gerüchten, Anschuldigungen bis hin zu Morddrohungen konfrontiert werden, wie Ederer (2016) zeigt. Die Nutzung der Medien zur bewussten und raschen Verbreitung falscher Informationen stellt ein weitverbreitetes Problem unserer modernen Zeit dar, in dessen Zusammenhang Cyberbullying eine der größten Gefahren des Internets für Jugendliche verkörpert (O´Keeffe/ Clarke-Pearson 2011). Jedoch gilt gerade soziale Unterstützung als eines der wichtigsten Elemente im Überleben von traumatischen Situationen. Hier kann die Traumapädgagogik mit ihren Methoden eine große Hilfe sein. Bei der traumabewältigenden Begleitung ist es wichtig, entwicklungspsychologische Aspekte zu berücksichtigen (Juen/Wargr/Nindl 2015) und das soziale Umfeld zur Unterstützung einzubeziehen. Im Verarbeitungsprozess von Verursachenden spielen Rituale und zeremonielle Formen des Gedenkens eine große Rolle, z. B. in Form von Besuchen an der Grabstätte der verstorbenen Person. Diese sind insbesondere dann von Bedeutung, wenn neben der Schuld und dem Trauma auch ein persönlicher Verlust bewältigt werden muss. War das Unfallopfer den Verursachenden bekannt, ist der Trauerprozess Teil des Verarbeitungsvorgangs. In der Kommunikation mit jugendlichen (Mit-)Verursachenden ist es zunächst zentral das tatsächliche »Mitwirken« der Betroffenen weder zu leugnen noch zu dramatisieren (Karutz 2011). Im Rahmen der Intervention können die Jugendlichen darin unterstützt werden, zwischen realer Schuld und Schuldgefühl zu unterscheiden, wodurch mitunter unverhältnismäßige Schuldgefühle reduziert werden können (Andreatta/Unterluggauer 2012). Auch eine Differenzierung zwischen Verantwortung und Schuld kann zur Entlastung beitragen. In diesem Zuge kann demder Jugendlichen vermittelt werden, dass ersie zwar die Verantwortung für das eigene Handeln trägt, dabei jedoch nicht alle möglichen Folgen des eigenen Verhaltens absehen konnte und den Ausgang der Situation bestimmt nicht beabsichtigte (Nida-Rümelin 2011). Traumapädagog*innen können helfen, Schuld und Scham einfühlsam zu adressieren, Verantwortung zu differenzieren und die eigenen Anteile, die zum Geschehen beigetragen haben, zu klären. Besonders Jugendliche sind mitunter offen, Fehler und Fehlerketten zu analysieren sowie auszudifferenzieren, was alles zu dem Unglück beigetragen hat. Dies dient auch der emotionalen Schuldentlastung, wenn festgestellt werden kann, dass Unglücke immer multifaktoriell entstehen. Das Segment eigener Verantwortlichkeit zu erkennen, ist bei einem »schuldlos Schuldigsein« aus unserer Erfahrung »tragbar« und führt wesentlich weniger zu maladaptiven (dysfunktionalen, bzw. der Situation unangemessenen) Prozessen als undifferenzierte emotionale Schuldlast. Verantwortungsübernahme ist adaptiv und bedeutet einen reifen Grad an Selbstwirksamkeit. Erkenntnisse zeigen, dass insbesondere im Zusammenhang mit Schuldgefühlen ein starkes Bedürfnis nach Ausgleichs- und Wiedergutmachungshandlungen zur Schuldentlastung besteht (Andreatta 2015). In der Literatur werden Wiedergutmachungshandlungen als Versuche interpretiert, bessere Verhältnisse für die Geschädigten zu schaffen, wis-