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Die Pädagogik der Selbstbemächtigung – Eine traumapädagogische Methode
Der Weg zur Selbstakzeptanz braucht einen langen Atem und viele »Weil-Fragen«. Das Konzept des guten Grundes ist ein Verstehensansatz, er impliziert nicht, störende oder schädigende Verhalten positiv umzudeuten, sondern die Mädchen* und Jungen* durch Spiegeln zu unterstützen, ihr Verhalten zu verstehen, zu akzeptieren und zu verändern.
Möglichkeiten der Selbstreflexion und des Selbstausdrucks Selbstreflexion und Selbstausdruck unterstützen letztendlich die Selbstakzeptanz. Selbstreflexion erfordert eine narrative Kompetenz. So kann die Entwicklung von Identität und Selbstakzeptanz durch reflexive Selbsterzählungen unterstützt werden. Zahlreiche sprachliche Möglichkeiten, z. B. der Biografiearbeit, begleiten Kinder und Jugendliche auf der Suche ihrer Identität. Doch es braucht auch nicht-sprachliche Möglichkeiten des Selbstausdrucks. Für das Verständnis und die Regulation innerer Spannungszustände gibt es kreative Möglichkeiten, Erfahrungen in Bilder zu fassen und sie durch diese Auseinandersetzung zu verändern. Die Förderung des Selbstausdrucks, z. B. durch Ausdrucksmalen, unterstützt die Externalisierung traumatischer Erfahrungen auch ohne Worte.
Traumasensible geschlechtsreflektierende Sexualpädagogik In einer Zeit, in der sich scheinbar Geschlechtsrollen auflösen, andererseits zementieren, kommt die Pädagogik nicht ohne geschlechtersensible Arbeit aus. Angesichts des Wandels der Gesellschaft und der Theorieentwicklung stellt sich die Frage, ob die Kategorie »Geschlecht« noch gerechtfertigt ist. Insbesondere Frauen erleben in einer pluralisierten Gesellschaft eine Freisetzung aus traditionellen Zusammenhängen in nie gekanntem Ausmaß. Eine Vielfalt von Geschlechtlichkeit ist Teil der gesellschaftlichen Öffnung der Geschlechterrollen. Und dennoch sind Frauen benachteiligt durch Armut, Missbrauch, häusliche Gewalt, Prostitution, Zwangsehe und Klitorisbeschneidung. Nicht wenige leben in Bedingungen von Gewalt und Demütigung. Auch die realen Erfahrungen der Mädchen* und der Jungen*, die die Jugendhilfe erreicht, sind weniger von mehr Chancen als eher von der ungebrochenen Polarisierung der Geschlechter geprägt. Deshalb kann die Kategorie Geschlechtlichkeit in der Jugendhilfe nicht vernachlässigt werden, die Auseinandersetzung ist Teil von Selbstbemächtigung. Ein Ziel geschlechtsbezogener pädagogischer Arbeit muss es sein, die gesellschaftlichen und lebensbiografischen Auswirkungen des Geschlechterverhältnisses zu erkennen und Mädchen* und Jungen* in ihrer Reflexion zu unterstützen. Das beinhaltet auch die Auseinandersetzung mit dem Verständnis kultureller