2026-001/documents/handbuch-traumapaedagogik/pages/359.md

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Co-Regulation und Selbst-Regulation
• Ich bin so achtsam wie möglich für die Signale der zu betreuenden Kinder und
Jugendlichen. Ich erkenne ihre spezielle Art und Weise, Signale auszusenden.
Was drücken sie aus, welches Anliegen drücken sie aus, welches Bedürfnis steckt
hinter diesem Signal?
• Bindungsbedürfnisse werden von Mädchen und Jungen mit unsicherem Bindungsverhalten oft verzerrt mitgeteilt. Bin ich mir nicht sicher, so beschreibe
ich, was ich gehört und gesehen habe, was ich meine, verstanden zu haben. So
gebe ich ihnen ein Feedback ein Feedback im Sinne von »Zurückfüttern« von
dem, was ich wahrgenommen habe.
• Ich beobachte, welche Fähigkeiten das Kind/die jugendliche Person hat, Zeitspannen zwischen einem Signal und der Beantwortung des Bedürfnisses auszuhalten, ohne dass ein (zu) hoher Erregungszustand aktiviert wird. Ich versuche
so, das Bedürfnis entsprechend der Fähigkeit »warten zu können« zu versorgen.
Ist das nicht im Zeitfenster des Kindes oder der jugendlichen Person möglich, so
teile ich mit, dass ich das Bedürfnis wahrgenommen habe und vereinbare, wann
ich mich darum kümmern kann. Wir überlegen gemeinsam und üben immer
wieder ein, welche Selbstversorgungsmöglichkeiten das Kind, die Jugendliche
Person schon hat und einsetzen kann.
• Ich spiegele, welche inneren Zustände ich bei den Kindern und Jugendlichen
wahrnehme. Ich gebe ihren Emotionen Worte, aber auch Ausdruck durch meine Mimik und Gestik. Sie erfahren so, dass ich mich in ihre innere Welt einfühlen kann, dass sie verstanden werden und sie sich so selber erkennen und selber
verstehen lernen.
Berührung
Wohlwollende, zärtliche, liebevolle Berührung gibt uns Halt, Trost, Sicherheit, Geborgenheit, Wärme und ein Gefühl der Beruhigung. Sie ist somit entscheidend für
die menschliche Entwicklung. In der frühen Kindheit entwickeln sich die am tiefsten und zentral gelegenen Hirnregionen sehr stark. »Diese Systeme reagieren auf
Rhythmus und Berührung« (Perry/Szalavitz 2006, S. 180).
Wir Pädagog*innen sind meist sehr vorsichtig im Umgang mit Berührung. Das
ist gut so, haben doch viele von unseren Klient*innen sehr schlechte, grenzüberschreitende und überwältigende Erfahrungen mit Berührung gemacht. So ist
Achtsamkeit in Bezug auf Nähe- und Distanzregulierung ein Muss und gleichzeitig gilt es, in unsere pädagogische Arbeit eine Aussage von Brisch zu integrieren,
der schreibt, wie vorzüglich Körperkontakt das aktivierte Bindungssystem eines
Menschen beruhigt und das Bedürfnis nach Bindungssicherheit durch den Kontakt als grundlegendes Prinzip für alle Altersstufen gilt (Brisch 2009).
Körperberührungen können Streicheln oder Massieren bedeuten. Aber auch
haltende Körperberührungen, wie z. B. die eigene Hand auf den Arm meines Ge-
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