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Individuelle Beziehungsgestaltung

agogik unterstützt die Kinder und Jugendliche darin, zu verstehen, wie ihre früher erlebten Beziehungserfahrungen die aktuelle Gestaltung der Beziehung beeinflussen: Ich kann mir vorstellen, du verhältst dich gerade so, weil ….

Interventionsmöglichkeiten bei bindungsabwertender Kommunikation Kinder und Jugendliche mit bindungsabwertender Kommunikation fühlen sich mehr gesehen und verstanden, wenn die pädagogische Fachkraft ihr Distanzbedürfnis respektiert und ihr Vermeidungsverhalten akzeptiert. Sie bietet Beziehung an und lässt gleichzeitig die Kinder und Jugendlichen Beziehungsnähe und -distanz selber regulieren. Bezugspersonen zeigen sich achtsam für die vorsichtig oder versteckt geäußerten Bindungsbedürfnisse und versorgen diese unaufdringlich und unspektakulär. Die neue Erfahrung, ein Bindungsbedürfnis vorsichtig zu äußern, ist für diese Kinder und Jugendlichen ein neuer und zugleich riskanter und aufregender Entwicklungsschritt und wird sich bei einer unaufgeregten Anerkennung leichter zeigen können: BEISPIEL

Sven, ein zwölfjähriger Junge, zeigt sich mit extremem Bindungsvermeidungsverhalten, mitunter drückt er sein Bindungsbedürfnis über Aggressionen aus. Beim Fußballspiel wird deutlich, dass er Anerkennung und freudige Kommentare durch die Fachkraft kaum aushalten kann. In den ersten Monaten verlässt Sven häufig die Spielsituation kommentarlos, meist dann, wenn er Lob und Anerkennung direkt mitgeteilt bekommt. Erst als die Fachkraft Sven motiviert, ein Spieler seines Lieblingsfußballvereins zu sein und das Spiel durch die Fachkraft als Reporter kommentiert wird, kann Sven Wertschätzung annehmen und aushalten. Die Reportage wirkt wie ein Filter. Sie ersetzt eine fehlende Grenze, sie wirkt wie ein emotionaler Puffer. Dadurch kann Freude, Lob und Anerkennung kommuniziert werden und gleichzeitig wird ein Zuviel an Übererregung reduziert. Das (Nerven-)System des Jungen bekommt Zeit, die neue Beziehungserfahrung in kleinen Dosen zu integrieren und sich sicher zu fühlen. Sven kann sich so durch die unbekannte »Berührung« nähren lassen. Er wird berührt mit dem Möglichen und braucht nicht vor dem Überwältigenden fliehen.

Weitere Interventionsmöglichkeiten mögen bei Pädagog*innen das eigene Handeln bestärken und neue Anregungen ermöglichen: • Ich ziehe in Erwägung, dass der Kinder und Jugendlichen auch nach der Entwicklung von neuen Beziehungsmöglichkeiten in Belastungssituationen wieder verstärkt die früheren und neuronal noch vernetzteren Beziehungsstrukturen wählt. Sie machen das nicht mit Absicht, es ist eine Entscheidung ihres neuronalen Netzwerkes, auf das zurückzugreifen, das am besten, am schnellsten und am sichersten funktioniert.

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