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Grenzverletzungen & Zwangsmaßnahmen
(Schröder 2020; 2022). Festgelegte alltägliche Reflexionsgefäße, kollegiale Beratungen, Intervisionen sowie Supervisionen sind im klinischen Alltag hierfür genauso unabdingbar wie ausreichend Raum und Zeit zur Selbstreflexion.
Partizipation ermöglichen
Die traumasensible Zusammenarbeit mit den jungen Menschen und deren (elterlichen) Bezugspersonen hat sich zudem an traumapädagogischen Haltungen der
Transparenz und Partizipation zu orientieren, was für alle Beteiligten die notwendige Sicherheit, Zuordnung und Vorhersehbarkeit bietet (Lang et al. 2013;
Bausum et al. 2013). Dabei findet die Beziehungsgestaltung im Co-Produktionsprozess zwischen den Fachpersonen und den Familien statt (Schröder 2020). Partizipationsmöglichkeiten von jungen Menschen machen deutlich, dass sie ihrem
Entwicklungsstand entsprechend bei jeder Entscheidung, die sie betrifft, zu beteiligen sind (Schmid et al. 2014, Schröder et al. 2023). (Teil-)Stationäre Klinikaufenthalte bedürfen Information und Aufklärung über Art, Dauer, Methoden, zeitlicher und emotionaler Aufwand auch für (elterliche) Bezugspersonen und
Familie (Koch/Kahmen 2023). Die Partizipation der jungen Menschen und ihrer
Familie sind unabdingbar für eine nachhaltige Behandlungscompliance und bereits in den ersten Kontakten hoch zu gewichten (Schröder et al. 2023). Sie müssen
beim psychiatrischen, psychotherapeutischen und pharmakologischen Behandlungsplan, bei der (Pflege-)Planung der Milieutherapie, der weiteren Hilfeplanung, der Mitwirkung im Rahmen der Urteilsfähigkeit und der Erziehungsverantwortung, bei der Entscheidung für oder gegen eine stationäre Behandlung, der
Mitwirkung im Rahmen der Urteilsfähigkeit der Erziehungsverantwortung und
bei der Entscheidung einzelner Behandlungsschritte einbezogen werden (Koch/
Kahmen 2023).
Grenzverletzungen & Zwangsmaßnahmen
Krisen, Grenzverletzungen sowie Selbst- und Fremdgefährdungen finden im
(teil-)stationären psychiatrischen Alltag häufig statt und führen zur Fürsorge- und
Handlungspflicht. Sie resultieren trotz hoher Sensibilität der Fachpersonen meist
aus schwierigen sozialen Interaktionen, in welchen die Bedürfnisse, die hinter einem Problemverhalten eines jungen Menschen stecken, zu spät oder gar nicht erkannt werden, aus innerpsychischen Spannungszuständen, der Auseinandersetzung mit sich, der Konfrontation mit unangenehmen, sehr belastenden Themen
sowie im Rahmen von Expositonstrainings. Der betroffene junge Mensch ist dann
in der Selbststeuerung eingeschränkt, vielleicht sogar dissoziiert und von außen
kaum mehr zugänglich (Schmid et al. 2014). Die Mehrzahl der Grenzverletzungen
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