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Ansätze und Ideen für eine Traumapädagogik in der Behindertenhilfe
gibt es verallgemeinerbare Haltungen, Inhalte und Methoden einer traumapädagogischen Unterstützung, die im Einzelfall immer individuell abgestimmt werden
müssen.
»Sich als selbstwirksam zu erfahren, ist neben der Selbstakzeptanz und dem
Selbstvertrauen die Basis für den Selbstwert eines Menschen« (Weiß 2009, S. 157).
Lebensbelastende, traumatische Ereignisse können selbstregulatorische Prozesse
eines Menschen behindern und dauerhaft oder punktuell immer wieder ins Wanken bringen.
Aaron Antonovsky (1997) regt mit seinem Konzept der Salutogenese eine Veränderung der Sicht auf Krankheit und Gesundheit an. Er stellt die Begriffe nicht
als manifestiert gegenüber, sondern beschreibt sie auf einem multidimensionalen
Kontinuum. Ein Mensch hat immer kranke und gesunde Anteile. Der schulmedizinische Apparat fokussiert für gewöhnlich die kranken Anteile und behandelt
diese. Antonovskys Interesse gilt der Frage, welche Faktoren daran beteiligt sind,
die Position auf dem Kontinuum zu erhalten oder sich auf den gesunden Pol hinzubewegen. Er nimmt das Kohärenzgefühl als eine »Hauptdeterminante, welche
Position man auf dem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum erhält« (Antonovsky
1997, S. 33). Das Kohärenzgefühl setzt sich zusammen aus der Verstehbarkeit,
Handhabbarkeit und der Bedeutsamkeit/Sinnhaftigkeit. Diese Komponenten beeinflussen die Art und Weise, wie wir imstande sind, Ereignisse und Lebenssituationen zu meistern und Stressoren zu begegnen. Mit einem hohen Grad an Kohärenz ist die Selbstwirksamkeit stabil und bietet eine sichere Basis.
In der Arbeit mit Menschen, deren Bild immer wieder von medizinischen Diagnosen bestimmt ist, ist es notwendig, Hilfen und Anforderungen nach diesen
Prinzipien zu gestalten. Die Messlatte dessen, was verstehbar und handhabbar ist
und mit Sinn gefüllt werden kann, ist von den Expert*innen (den Menschen)
selbst zu definieren.
Begleitung von Menschen mit sogenannter
Schwerstmehrfachbehinderung
Hilfen, die aus traumapädagogischer Sicht dazu beitragen, den sogenannten
schwerstmehrfachbehinderten Menschen ein Mehr an Stabilität und Sicherheit in
ihrer Situation zu verleihen, sind vor allem Hilfen, die zur Orientierung in der
Umwelt und zur Orientierung im und mit dem eigenen Selbst verhelfen. Unterstützend ist in erster Linie die Beziehung zu der pädagogischen Fachkraft selbst,
die Bindung zu einer oder mehreren nahestehenden Bezugspersonen, die als sichere Basis zur Verfügung stehen.
»Die wechselseitige Beziehung zwischen Bindung und Exploration besteht ein
Leben lang. Ist die sichere Basis nur teilweise oder nicht vorhanden, wird die
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