2026-001/documents/handbuch-traumapaedagogik/pages/246.md

50 lines
1.8 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains invisible Unicode characters

This file contains invisible Unicode characters that are indistinguishable to humans but may be processed differently by a computer. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

246
Traumapädagogische Ansätze in der stationären Kinder- und Jugendhilfe
schiedenen Organisationsebenen, interdisziplinäre Zusammenarbeit, ein transparenter und vertrauensvoller Informations- und Kommunikationsfluss sowie
Partizipation in Bezug auf Verantwortung und Entscheidungsführung heraus
(Schirmer/Bausum in diesem Band). Nicht nur die Arbeit mit den Kindern, auch
der Umgang miteinander muss Wertschätzung und Bindungssensibilität ausstrahlen. Diese Aspekte wirken sich zudem positiv auf die Mitarbeiter*innenbindung
aus.
Traumapädagogische Interventionen
Auf Basis dieser Überlegungen besteht die grundlegende Zielsetzung traumapä­
dagogischer Interventionen in der Schaffung eines »sicheren Orts« (Kühn 2009;
Lang 2009), an dem die Möglichkeit besteht, »korrigierende emotionale Erfahrungen« (Cremerius 1979; Alexander/French 1946) zu sammeln, um durch diese gewonnenen Alternativerfahrungen hindurch neue Fertigkeiten und Fähigkeiten
erlernen zu können für die Kinder und Jugendlichen wie für die Mitarbeiter*innen selbst. Abbildung 1 visualisiert die Ansatzpunkte für traumapädagogische Interventionen, die dabei in stationären Settings besondere Berücksichtigung finden
sollten.
Vermittlung eines sicheren Ortes
zur Vermeidung von
Retraumatisierungen und zur
Stabilisierung der Jugendlichen
Förderung von
dynamischen
Resilienzfaktoren
Angebot von
hoffnungsvollen
Bindungen
Ansatzpunkte für
traumapädagogische
Interventionen
Verbesserung der Selbst-,
Fremd- und Körperwahrnehmung
und damit Reduktion
der Dissoziationsneigung
Verbesserung
der
Emotionsregulation
Überwindung der
Selbstunwirksamkeitserwartung
durch Partizipation und Aufbau
von sozialen Fertigkeiten
und sozialen Schemata
Abb. 1: Ansatzpunkte für traumapädagogische Interventionen (vgl. Schmid 2008)