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Schulische BildungsPraxis für vulnerable Kinder und Jugendliche
PÄDAGOGISCHE PRAKTIKEN Erlebte primäre Reaktionen von Kampf, Flucht und Erstarrung sind als leibliche Erinnerungsspur (Wuttig 2016) in den unterschiedlichen Erlebensbereichen eingekapselt, die für weitere Entwicklungs- und Lernprozesse pädagogische Interventionen notwendig machen. Ein Oszillieren zwischen Überanpassung/Dissoziation und Unruhe/Erregung/Überaktivierung zeigt die Bandbreite der sichtbaren Phänomene im Schul- und Unterrichtsalltag. • Interventionen der Pädagogik der Selbstermächtigung in Schule und Unterricht: In der Pädagogik der Selbstbemächtigung (Weiß 2013) werden kindliche Entwicklungsbereiche in den Blick genommen, als Gegenpol zu Entfremdungserfahrungen in unterschiedlichen Fähigkeitsdimensionen verstanden (Weiß 2014, S. 101f.) und methodisch konzipiert. • Pädagogische Interventionen bei dissoziativen Zuständen: Dissoziative Zustände können als momentane Existenzweisen beschrieben werden, die sich aufgrund von Überwältigung, auf einer Unterbrechung bzw. Kontaktlosigkeit zum Erleben ausdrücken. Pädagogische Interventionen zur Verringerung und Unterbrechung von Dissoziation arbeitet Weiß (2014) heraus, welche mit Konsequenzen für die Schul- und Unterrichtspraxis ausbuchstabiert werden (Ding 2014). • Pädagogische Praktiken relationaler Lernarbeit in Schule und Unterricht (Wustmann 2004, S. 134f.; Ding 2014, S. 183ff.): pädagogische Praktiken relationaler Lernarbeit Stärkung von Schüler*in Wertschätzung, Bestätigung und Interesse zukommen lassen
Angenommensein, Gesehenwerden, Selbstwertgefühl, Sicherheit
Schüler*in Struktur in Tages- und Unterrichtsablauf geben, Rhythmisierung der Zeit
Sicherheit
Schüler*in erklären, was, wann, wie und warum gemacht wird
Sicherheit durch Transparenz und Struktur
Schüler*in bekräftigen, Stimmungen, Empfindungen und Gefühle zu artikulieren
somatische Wahrnehmung, Gefühlsregulation
durch Unterrichtsangebote Interessen kennenlernen
Interesse, Lernbegeisterung, schulisches Engagement, EigenSinn, Talente
Schüler*in im Ausdruck von Emotionen über Fächer (singen, malen, schreiben, Bewegung) ermutigen
Gestaltungsfähigkeit, EigenSinn, Selbstausdruck/Lebenskraft
durch Unterrichtsangebote (Religion, Ethik) mit Schüler*in philosophieren
Kohärenzgefühl
durch Lernmaterialien (Geschichten, Märchen) wie durch Spiele (Rollenspiel, szenisches Spiel, Theaterspiel) in andere Rollen schlüpfen
Mentalisierungsfähigkeit, Perspektivenübernahme, Selbstverstehen/ Fremdverstehen (›Identität‹)