2026-001/documents/handbuch-traumapaedagogik/pages/215.md

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Den zentralen Wirkungen psychosozialer Traumatisierungen entgegenwirken
Ethische Korrumpierung von sozialen Werten: Kolleg*innen, die traumatisierte Menschen im pädagogischen Setting begleiten, berichten in Supervision
und anderen professionellen Zusammenhängen davon, dass ihre eigenen Wertesysteme und Menschenbilder mit der Dynamik traumadeterminierter Organisationen kollidieren. Mobbing, Spaltung, Aggression und Abwertung lassen eine
gewaltbegünstigende Atmosphäre im Team entstehen. Destruktive Teamdynamiken stehen dem Finden gemeinsam getragener Werte entgegen und machen es
schwer, den hohen Belastungen durch sekundäre Traumaexposition wirkungsvoll
zu begegnen.
Den zentralen Wirkungen psychosozialer
Traumatisierungen entgegenwirken
Auf der Grundlage dieser Analyse der zentralen Wirkungen psychosozialer Traumatisierungen können bestehende Konzepte und Handlungsstrategien reflektiert
und (weiter)entwickelt werden, die den beschriebenen destruktiven Folgen traumatischer Prozesse entgegenwirken und zu gesundem Sein beitragen.
Fürsorge die Entwicklung einer traumasensiblen Organisationskultur
• Unterstützung von Prozessen, welche zur »Selbstbemächtigung« (im Gegensatz
zu Disempowerment) der Kolleg*innen beitragen (Weiß 2013);
• Partizipation an wesentlichen Inhalten und Entscheidungen traumapädagogischer Arbeit;
• die Initiierung von Prozessen, die dazu beitragen, dass sich auf institutioneller
Ebene eine respektvollere Kommunikation etabliert Anerkennung statt Wut,
Aggression und Ohnmacht (Konzept der traumasensiblen Supervision nach Jegodtka 2013, S. 292ff.);
• die Reflexion konflikthafter Teamdynamiken als Ausdruck traumatischer Prozesse in traumadeterminierten Organisationen (Problemkreisläufe unterbrechen);
• Auseinandersetzung mit gemeinsam getragenen Werten und Zielen der Arbeit;
• die Unterstützung von Teams in dem Prozess, als Gruppe ein starkes Gefühl der
Zugehörigkeit zu entwickeln;
• Lenkung der Aufmerksamkeit auf Ressourcen der Teams;
• Ausrichtung der Konzeptbildung an Bedürfnissen derer, die mit sekundärer
Traumaexposition konfrontiert sind (pädagogische Persönlichkeit als Teil des
pädagogischen Prozesses) (Lang 2013; Kühn 2009).
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