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Veränderung grundlegender Überzeugungen über das Sein in der Welt
Veränderung grundlegender Überzeugungen
über das Sein in der Welt
Auf das Berufsrisiko der sekundären Traumatisierung wird in allen beruflichen
Kontexten hingewiesen, in denen es zur Aufgabe gehört, traumatisierte Menschen
in »bezahlter oder unbezahlter Arbeit« (Stamm 2002, S. 20) zu begleiten. Dabei
geht das Erkenntnisinteresse in verschiedene Richtungen.
Für eine dieser Aufmerksamkeitslinien steht die von Lansen gestellte Frage:
»Was tut es mit uns?« (Lansen 1996, S. 253). Conrad Frey sagt dazu: »Wer traumatisierten Menschen hilft, über ihr Leiden hinwegzukommen, lässt sich auf eine
Veränderung seiner Persönlichkeit ein« (Frey 2007).
Maria Pia Andreatta beschreibt aus der Perspektive der kognitiven Psychologie,
dass die berufsbedingte Begegnung mit existenziellem Leid fundamentale Annahmen über die Welt beeinflusst. Im Rahmen einer quantitativen Studie wurden Kriseninterventionshelfer*innen untersucht, die traumatisierte Menschen nach akuten Traumatisierungen durch »psychosoziale erste Hilfe« unterstützen (Andreatta
2006). Die Studie weist darauf hin, dass es bei Mitarbeiter*innen von Kriseninterventionsteams zu einer deutlichen »Abnahme des Glaubens an das Wohlwollen
der Welt und der Menschen« kam (Andreatta 2006, S. 270). Dieses Ergebnis wird
darauf zurückgeführt, dass die psychosoziale Begleitung nach existenziell bedrohlichen Krisensituationen ein besonders hohes Maß an Empathie und Bindung der
Helfer*innen voraussetzt (Andreatta 2006, S. 270).
Die Aussagen der genannten Untersuchung sind auch für die traumapädagogische Arbeit aufschlussreich. Die Unterstützung der Bindungssicherheit bindungsverunsicherter Kinder ist ein tragender Bestandteil traumapädagogischer Konzepte. Dies setzt aufseiten der Begleitenden Empathie voraus und ist mit der Bereitschaft
verbunden, sich auf Beziehungen einzulassen. Professionelle, die traumatisierte
Kinder begleiten, gehen überwiegend in engen emotionalen Kontakt zu ihren Klient*innen. So bergen grundlegende Variablen für gelingende traumapädagogische
Prozesse zugleich eine Vergrößerung der Gefahr, durch sekundäre Traumaexposition überfordert zu werden.
Über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus
ein psychiatrisches Problem?
Einer anderen Aufmerksamkeitslinie folgen Kolleg*innen, die sich eher einer neuropsychologischen Sicht verbunden fühlen. So werden in einer Studie von Judith
Daniels Überforderungsreaktionen von Kolleg*innen parallel zur psychiatrischen
Diagnose der »Posttraumatischen Belastungsstörung« als individuelle Pathologie
gewertet. Insbesondere dem Erfassen von Symptomen wird eine hohe Bedeutung
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