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Psychosoziale Traumaarbeit – zu »Risiken und Nebenwirkungen«
Psychosoziale Traumaarbeit – zu »Risiken und Nebenwirkungen« Traumatisierung infolge von Gewalt setzt außer in den Betroffenen selbst auch in deren sozialem Umfeld eine Dynamik in Gang, die mit Risiken verbunden sein kann. Im Rahmen von Supervision oder auch im Forschungskontext (Trauma & Gewalt, S. 22–33) wird auf folgende Risiken psychosozialer Traumaarbeit hingewiesen: • Eigene Traumatisierung durch das Miterleben von Gewalt (vgl. DSM-5, deutsch von Falkai/Wittchen 2014). Ein Beispiel aus meiner Supervisionstätigkeit: Herr Johansen arbeitet als Heilpädagoge in einer Kriseneinrichtung für junge Menschen und erlebt, dass zwei Jugendliche sich gegenseitig mit Messern schwer verletzten. • Eigene Traumatisierung durch selbst erlittene Gewalt im beruflichen Kontext. Auch hier ein Beispiel: Die Sozialpädagogin Frau Berlinga betreute Jugendliche im familiären Rahmen (Erziehungsstelle). Sie beendete diese Tätigkeit nach einer eskalierenden Konfliktsituation, in welcher der 15-jährige Louis ihr zunächst verbal drohend gegenübertrat und sie dann im weiteren Verlauf tätlich angriff. • Burnout infolge von Arbeitsüberlastung • Sekundäre Traumatisierung infolge sekundärer Traumaexposition Allen Risiken gemeinsam ist, dass sie die professionelle sowie die private Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Direkte Traumatisierung von Professionellen durch Grenzverletzungen oder deren Beobachtung stellen ein bekanntes und bedeutsames Thema dar, das mit Scham, Hilflosigkeit und Tabuisierung verbunden ist. Der Fokus meiner Ausführungen ist an dieser Stelle allerdings anders ausgerichtet. Es geht um die subtilen Folgen von Trauma und Gewalt: nicht direkt sichtbar, aber dennoch verunsichernd spürbar. Im Zentrum stehen folgende Fragen: • Kann die Begegnung mit den Folgen von existenziellem Leid dazu führen, dass Bewältigungsmechanismen von Kolleginnen überfordert werden? • Was kann dazu beitragen, dass Mitarbeiterinnen, die traumatisierte junge Menschen begleiten, trotz sekundärer Traumaexposition gesund bleiben? In der Praxis wird dann, wenn sekundäre Traumaexposition zu Überforderung geführt hat, zumeist von Burnout gesprochen. Wenn vorhandene Ressourcen durch dauerhaften extremen beruflichen Stress vollständig erschöpft werden, kann es geschehen, dass Menschen »ausbrennen«. »Burnout ist nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TKK) für das Fehlen von 40 000 Arbeitskräften pro Jahr in Deutschland verantwortlich« (Trauma & Gewalt, S. 8). Engagierte Kolleg*innen, die vielleicht einmal für die besonderen Herausforderungen ihres Arbeitsfeldes »brannten«,
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