2026-001/documents/handbuch-traumapaedagogik/pages/202.md

32 lines
2.6 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

202
Rassismus als Trauma ein strukturelles Problem in der psychosozialen Arbeit
gesellschaftlichen Strukturen und Personen, die im psychosozialen Kontext und
anderswo arbeiten.
Was kann ich gegen »Othering« tun?
Naika Foroutan, eine Migrationsforscherin der Humboldt Universität Berlin, empfiehlt,
das eigene Verhalten und Denkmuster zu hinterfragen und zu reflektieren, um »Othering« bei einem selbst zu minimieren. Was geht dir durch den Kopf, wenn du eine Person
mit Kopftuch siehst, eine Person, die Schwarz ist oder einen »ausländisch« klingenden
Namen trägt. Wenn dir selbst auffällt, wie du Menschen als »anders« kategorisierst und
negative Eigenschaften damit verbindest, kannst du aktiv daran arbeiten, dich von diesen Zuschreibungen zu lösen. (https://www.vielfalt-mediathek.de/othering)
Unser Plädoyer für Solidarität
Zur Solidarität gehört grundlegend die Analyse des Ist-Zustandes, aber auch die
Bereitschaft, sich selbst zu reflektieren und zu hinterfragen. Daneben ist das Wissen elementar, wohin Menschen verwiesen werden können, wo es Beschwerdestellen gibt, an welche Orte Betroffene rassistischer Diskriminierung begleitet werden
können, seien es Ärzt*innen, Behörden, Beratungsstellen o.Ä. Diese Auseinandersetzung mit dem Thema darf nicht persönlichem Engagement Einzelner geschuldet sein, sondern muss in psychosozialen Ausbildungsstätten strukturell verankert
werden. Die Kategorie Rassismus muss mitgedacht werden, wenn von schikanierenden Situationen und Diskriminierungserfahrungen berichtet wird. Die Bereitschaft, sich mit der strukturellen Verankerung von Rassismus und Antisemitismus
auseinanderzusetzen, in der Gesellschaft und persönlich, lohnt sich und öffnet
neue Perspektiven für ein rassismuskritisches, diskriminierungsärmeres und solidarisches Miteinander.
Weiterführende Literatur
Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung DeZIM-Institut (2023)
Rassismus und seine Symptome. Bericht des Nationalen Diskriminierungs- und
Rassismusmonitors (https://www.dezim-institut.de/fileadmin/user_upload/Demo_
FIS/publikation_pdf/FA-5824.pdf)
Gold, I., Weinberg, E., & Rohr, D. (2021). Das hat ja was mit mir zu tun!?: Macht-und rassismuskritische Perspektiven für Beratung, Therapie und Supervision. Carl-Auer Verlag.
Hasters, A. (2019). Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen
sollten. Carl Hanser Verlag GmbH Co KG.
Kühner, A. (2007). Kollektive Traumata. Gießen: Psychosozial Verlag.
Ogette, T. (2020). Exit RACISM. Unrast Verlag.
Zeitschrift Trauma & Gewalt (1/2023 und 1/2024). J. G. Cotta' sche Buchhandlung Nachfolger GmbH.