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Traumapädagogische Settings diversitätssensibel öffnen
lenwitzen mit, 20 %: Lehrkräfte schreiten bei Diskriminierung nicht ein, 25 %:
Lehrkräfte machen sich über ein Mädchen lustig, das sich wie ein Junge verhalten
hat oder umgekehrt. 2019 beschäftigte sich der Fachtag SFBB (Sozialpädagogisches Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg) mit den Erfahrungen von trans*
Schüler*innen, die wie folgt beschrieben wurden: »Erfahrungen von Trans*Personen in der Schule: 64 % der Transmänner und 44 % der Transfrauen berichten, in
der Schule diskriminiert worden zu sein (nicht nur von Mitschüler*innen, sondern auch vom Schulpersonal), Strukturelle Hürden: Geschlechterzuweisungen
im Sportunterricht, Benutzung von Umkleiden und Toiletten, Unsicherheit und
geringes Wissen bei Lehrkräften« (Sauer/Meyer 2016). Setzt man diese Erfahrungen der Lebenswelten queerer Kinder und Jugendlicher in Bezug zu bekannten
Minoritäten-Stress-Modellen wie bspw. das Modell von Meyer (2003), wird schnell
klar, dass diese besonders gefährdet sind, psychosomatische Erkrankungen zu entwickeln. In meinem Beratungskontext erzählt ein erheblicher Anteil der minderjährigen Klient*innen von selbstverletzendem Verhalten, suizidalen Gedanken
oder Versuchen, massiven depressiven Phasen und erheblichen sozialen Ängsten
sowie stationären Aufenthalten in Kinder- und Jugendlichenpsychiatrien, Schulabstinenz und weiteren deutlichen Anzeichen von Traumatisierungen. Eine Zusammenfassung von 35 Studien aus insgesamt zehn Ländern kommt zu dem
alarmierenden Ergebnis, »dass das Suizidrisiko bei lgb (lesbian, gay, bisexuell) Jugendlichen um das Dreifache höher ist, bei trans* Jugendlichen sogar rund sechsmal so hoch ist wie bei cis Jugendlichen« (gay.ch 2018). Die zwingend nötige Reduzierung von Diskriminierungserleben durch Begrenzung heteronormativer
Strukturen wird zumindest zeitnah nicht zu verwirklichen sein und wir werden
weiterhin hilfreiche Inselangebote machen müssen, um diesen Kinder und Jugendlichen und ihren Familien zumindest unterstützende Orte zur Minderung
der beschriebenen Symptomatiken anbieten zu können.
Traumapädagogische unterstützende Milieus
für queere Minderjährige gestalten
Welche konkreten Maßnahmen können Praktiker*innen anbieten, um Familien
während Transitions- und Coming-out-Prozessen zu begleiten?
1. Geht man davon aus, dass queere und hier insbesondere TNA* Kinder und
Jugendliche, besonders Gefahr laufen, während der Phasen ihres inneren und
äußeren Coming-outs Stigmatisierung, Diskriminierung und einen traumatisierenden Kontrollverlust zu erfahren, ist die Annahme der Selbstauskunft der
Betroffenen eine erste erhebliche Maßnahme, um diesen einen sicheren Raum
sowie ein respektvolles Beziehungsangebot bereitzustellen. Fragen wie »Wie