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Literatur
Traumapädagogische Settings
diversitätssensibel öffnen
Heteronormativität und das Wissen um deren Bedeutsamkeit
in der Begleitung von LSBT*I*QA+ 1 Kindern- und Jugendlichen
Heik Zimmermann
Diskussionen um Unisextoiletten, Umkleideräume, Pronomen etc., das alles erscheint vielen nicht betroffenen Personen außerhalb des queeren Spektrums häufig fremd, überflüssig und wird meist entweder belächelt oder für populistisch
aufgeladene politische Diskussionen genutzt. Im Folgenden werde ich die Relevanz von queersensiblen Öffnungsprozessen und deren Nutzen für (trauma-)pä­
da­gogische Räume aufzeigen. Dazu erst einmal allgemein ein Blick auf die Situation von queeren Kindern/Jugendlichen.
Wie sich heteronormative Umgebungen auf queere Minderjährige auswirken,
wird in der Studie »Coming-out und dann …? Ein DJI-Forschungsprojekt zur
Lebenssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Jugendlichen
und jungen Erwachsenen« (Krell/Oldemeier 2015) beschrieben. Die Studie befasst
sich unter anderem ausführlich mit Befürchtungen der Jugendlichen vor ihrem
Coming-out. Demnach beschreiben 73,9 %, dass sie Angst vor Ablehnung im
Freund*innenkreis haben, und 69,4 % befürchten, dass sie durch Familienmitglieder Ablehnung erfahren. Setzt man diese Zahl in Zusammenhang mit dem Alter
beim Bewusstwerden der sexuellen Orientierung unter zehn Jahren, 18,1 % bis
zum 10. Lebensjahr und bis zum 14. Lebensjahr 50 % (Krell/Oldemeier 2015,
S. 12), und der geschlechtlichen Identität unter zehn Jahren, 27,9 % bis zum 10.
Lebensjahr und bis zum 14. Lebensjahr 53,7 %, wird klar, wie lange sich Kinder
1
LSBT*I*QA+ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- sowie intergeschlechtliche, asexuelle
und queere Menschen. Das Sternchen steht als Platzhalter für weitere Selbstbezeichnungen, das
Pluszeichen für alle weiteren Sexualitäten, so werden auch Menschen erwähnt, die eine andere
sexuelle Orientierung haben. Wichtig ist: Der Begriff »transsexuell« sollte nicht (mehr) verwendet
werden. Dieser wird regelhaft innerhalb der Community als extrem pathologisierend abgelehnt.
Das Gleiche triff auch auf »intersexuell« zu. Diese Begriffe suggerieren einen Zusammenhang mit
sexueller Entwicklung und etwas, das behandelbar ist. In den neuen medizinischen Beschreibungen befinden wir uns im ICD 11 (und nicht mehr im ICD 10), dort wird der Begriff der Inkongruenz genutzt. Für weitere Begriffserklärungen findet sich hier eine gute Beschreibung: https://
www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/ueber-diskriminierung/diskriminierungsmerkmale/sexuelle-identitaet/sexuelle-identitaet-node.html (Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2024).
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