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Gender und Trauma? Ein Verhältnis mit Wirkmacht!
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§ 9 Absatz 3 KJHG, welches als allgemeinen Appell formulierte, »die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern«.
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Weiterer Auftrieb ergab sich durch die Implementierung des im Amsterdamer
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Vertrag von 1999 festgelegten Gender-Mainstreaming-Prinzips (EU 1997/1999,
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S. 24) in die Kinder- und Jugendhilfe, welche eine deutliche Akzentuierung auf die
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Involvierung von und Adressierung an Jungen und jungen Männern setzte, und
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die Schaffung spezifischer Angebote erwirkte. Ein gemeinsamer Diskurs zwischen
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Jungen- und Mädchenarbeit ist bislang jedoch ausständig (Bruhns 2004). Aktuelle
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Ansätze der Genderforschung (eine Übersicht findet sich in Gahleitner 2013) erörtern nach wie vor, ob das Geschlechterverhältnis auf Differenz oder Gleichheit
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der Geschlechter im Verhältnis zueinander ausgerichtet sein oder ob Geschlecht
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als soziale Kategorie dekonstruiert werden soll.
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Genderaspekte finden folglich zwar in den sozialwissenschaftlichen Diskursen
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immer mehr Beachtung, über die Relevanz von Gender in der Kinder- und Jugendhilfe gibt es bis dato aber kaum Forschungen. In Forschung wie auch Praxis
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wird Gender oftmals als Sonderdebatte behandelt oder aber bleibt zur Gänze unberücksichtigt (Ehlert 2013; Stecklina 2012; Rose 2007). »Sexualität, geschlechtsspezifische Stereotypen, Kategorien von Männlichkeit und Weiblichkeit, Gender-Selbstbilder und Erwartungshaltungen werden im Rahmen von Therapie und
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Beratung nur in der Nische der feministischen und Genderforschung ausführlich
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behandelt« (Schigl 2012, S. 189). So fällt beispielsweise auch die Forschungslage
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über Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter und über den Zusammenhang
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von Geschlecht und Therapieprozess prekär aus.
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Gender und Trauma? Ein Verhältnis mit Wirkmacht!
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Böhnisch, Lenz und Schröer (2009) stellten fest, dass Menschen nach einer erlebten Traumatisierung, also nach dem Eintreten eines Ereignisses mit außergewöhnlich bedrohlichem Charakter und mit möglicherweise katastrophalem Ausmaß,
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besonders orientierungsbedürftig sind. Gesellschaftlich vorgegebene Ordnungsstrukturen und Symbolsysteme bieten dann starke Orientierungs- und letztlich
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Schutzfunktion. So zeigen sich nach schwerwiegenden Traumatisierungen stark
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ausgeprägte, geschlechtstypisierende Reaktionsmuster und Copingstile. Kinder
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und Jugendliche reagieren nach der erlebten Traumatisierung oftmals mit einer
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geschlechtsübergreifenden Initialreaktion mit intrusiven Belastungen, auf die
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häufig eine verlängerte Phase mit Vermeidungssymptomatik folgt (Gahleitner
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2005; Kimerling/Ouimette/Wolfe 2002). Danach agiert der Körper bzw. die Psyche
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symptomatisch und in geschlechtsstereotypen Extremvarianten (Ouimette/Brown
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