2026-001/documents/handbuch-traumapaedagogik/pages/155.md

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Traumapädagogik als empirisch erwiesener Wirkfaktor
einen zentralen Wirkfaktor für die erfolgreiche Durchführung von Kinder- und
Jugendhilfemaßnahmen darstellt (Klein et al. 2003; Macsenaere/Esser 2012; Schmidt
et al. 2003).
Traumapädagogisch geschulte Fachkräfte legen außerdem ein größeres Augenmerk auf den Bereich der Selbstfürsorge (Macsenaere/Klein 2011), sodass das Risiko für Überlastungsreaktionen in der täglichen Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen reduziert werden kann.
Auswirkungen bei Kindern und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche fühlen sich in Einrichtungen mit traumapädagogisch geschultem Personal nach eigener Aussage von ihren Betreuer*innen besser respektiert bzw. angenommen und beschützt. In diesem geschützten Raum können sich
junge Menschen besser öffnen und mit ihren Betreuer*innen über Erlebnisse und
Gefühle reden (Macsenaere/Klein 2011). Ängste und depressive Verhaltensweisen
treten zudem erkennbar seltener auf (Schmid et al. 2007).
Die Einführung bzw. Umsetzung traumapädagogischer Konzepte kann aber
über Verbesserungen in der emotionalen Befindlichkeit der betreuten jungen
Menschen hinaus die generelle Effektivität in Jugendhilfeeinrichtungen steigern:
Neben besseren Ergebnissen im Bereich des Ressourcenaufbaus ist insbesondere
eine bedeutsame Reduzierung von Symptomatiken bzw. Defiziten der betreuten
Kinder und Jugendlichen erkennbar (vgl. Schmid 2007; Macsenaere/Klein
2011). Diese Effekte zeigen sich allerdings erst ca. zwei Jahre nach Beginn einer
trauma­pädagogischen Weiterbildung (Krautkrämer-Oberhoff/Klein/Macsenaere 2013).
Partizipation als empirisch erwiesener Wirkfaktor
Empirische Studien zeigen, dass Partizipation wie oben beschrieben nicht nur
für Traumapädagogik von hoher Relevanz ist, sondern auch in der Erziehungshilfe insgesamt wirkt. Dabei ist allerdings der Partizipationsgrad entscheidend: Schon
die Jugendhilfe-Effekte-Studie (Schmidt et al. 2003) belegte bei niederschwelliger
Beteiligung keinen Einfluss auf die Effektivität der untersuchten Hilfen ganz im
Gegensatz zur aktiven Kooperation der jungen Menschen. Dies zeigt auch eine
aktuelle Auswertung der Evaluation Erzieherischer Hilfen (EVAS). Per Mediansplit
wurde für jeden der drei Aspekte die Gesamtstichprobe (n = 19.969) in zwei Gruppen aufgeteilt: eine mit niedrigem und eine mit hohem Partizipations-/Kooperationsgrad. Dabei zeigte sich ein erdrückend deutlicher Zusammenhang zwischen
Partizipations-/Kooperationsgrad und der erreichten Gesamteffektivität. Bei niedriger Akzeptanz der Hilfeplanziele sowie niedriger Kooperation in der Hilfe und
Schule konnten über die gesamte Hilfedauer nahezu keine Effekte erreicht werden.
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