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Bedeutung von Partizipation für die Erziehungshilfe

Beteiligung ist mehr: Partizipation wird im BVkE als ein Lernfeld zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen verstanden, die eine moderne Gesellschaft braucht. Dazu zählen soziale Kompetenzen, angemessene Interessenvertretung und konstruktive Konfliktlösungen. Partizipation stärkt die Persönlichkeit und entfaltet das Entwicklungspotenzial junger Menschen. Sie führt somit zur Ausbildung von Ressourcen und Schutzfaktoren. Zudem ist gelungene Beteiligung ein Instrument der Prävention, das unter anderem Gewalt verhindern kann. […] Beteiligung ist Teil des Leitungskonzeptes: Beteiligungsförderliche Strukturen und Prozesse basieren auf einer Einrichtungskultur, die im Wesentlichen vom gelungenen, zielorientierten Zusammenspiel zwischen Leitung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abhängt. […] Beteiligung schafft Klarheit: Offenheit und Dialog prägen das Klima in den Diensten und Einrichtungen des BVkE. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und auch die Eltern werden in ihrer Persönlichkeit, ihren Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten gesehen, ernst genommen und weder überfordert noch unterfordert. Die Rechte junger Menschen und auch die Verpflichtung zur Mitwirkung werden verstehbar kommuniziert. Die Rollen zwischen Erwachsenen und Kindern sind geklärt. Die jungen Menschen werden bei Entscheidungen, die ihre Lebenswelt betreffen, entsprechend ihrem jeweiligen Entwicklungsstand beteiligt. Sie machen unmittelbare Erfahrungen über alltäglich praktizierte Mitsprache und Mitbestimmung. Beteiligung wird somit verstanden als ein Prozess, in dem Informationen gegeben werden, ein Austausch darüber stattfindet bis hin zur Entscheidung und Verantwortungsübernahme. Beschwerden werden mit dem Anspruch auf kurzfristige Klärung und Beantwortung im unmittelbaren pädagogischen Kontext, aber auch in einem abgestuften Verfahren anderen Vertretern der Einrichtung und auch Personen außerhalb der Einrichtung vorgetragen. Beteiligung ist umfassend und vielfältig: Die Beteiligungsrechte beziehen sich sowohl auf individuelle als auch auf institutionelle Lebenssituationen und Vorgaben. Bei den individuellen Angelegenheiten handelt es sich vorrangig um Fragen der persönlichen Entwicklung, der Erziehung und der Perspektivklärung und um die Gestaltung der jeweiligen Entfaltungsräume. Institutionelle Beteiligungsaspekte in Gruppe und Einrichtung beziehen sich im Wesentlichen auf Interessenvertretungen, Programme und Projekte und die gemeinsame Gestaltung des Alltags in der Gruppe und in der Familie. Entsprechend differenziert sind auch die Strukturen und Prozesse, in denen sich die vielfältigen Anliegen niederschlagen und artikulieren. Gelungene Beteiligungskultur lebt von vielen kleinen und größeren Abstimmungen, Klärungen und Unterstützungen im All-

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