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Partizipation

Definition Trotz des juristischen wie auch empirischen Bewusstseins für Partizipation fällt im Austausch mit Jugendhilfepraktiker*innen auf, dass der Begriff sehr unterschiedlich gebraucht wird. Das betrifft sowohl den Inhalt als auch die Umsetzung(sebene) sowie den damit verbundenen Umfang. Im Folgenden soll daher Partizipation in Bezug auf die Hilfen zur Erziehung definiert werden. Wikipedia beschreibt Partizipation als »[…] die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen bei allen das Zusammenleben betreffenden Ereignissen und Entscheidungsprozessen. So werden z. B. Hausregeln von Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen gemeinsam ausgehandelt, […]«. Nach Wolff ist Partizipation »ein Sammelbegriff für demokratisch begründete Formen der Mitwirkung, Mitbestimmung und Selbstbestimmung. […] Sie dient als Instrument auch dazu, die Machtverhältnisse in einem demokratischen System in einem ausgewogenen Verhältnis zu halten. Niemand soll die Möglichkeit bekommen, über andere Menschen zu bestimmen. Partizipation kennt jedoch verschiedene Niveaus, die zwischen Fremd- und Selbstbestimmung angesiedelt sind, d. h., der Grad der individuellen Einflussnahme kann zwischen den Polen Fremd- und Selbstbestimmung unterschiedlich sein. Partizipation verfügt somit über eine große Spannbreite« (Wolff 2014, S. 437).

Wie aktuelle Ergebnisse der Wirkungsforschung zeigen, kommt dieser Spannbreite eine tragende Rolle im Hinblick auf die Wirksamkeit der Hilfen zu, etwa in Bezug auf die Bedeutung von Partizipation für die Erziehungshilfe.

Bedeutung von Partizipation für die Erziehungshilfe Partizipation hat eine überragende Bedeutung für die Erziehungshilfe. Dies belegt auch die Auseinandersetzung der Erziehungshilfefachverbände mit diesem Thema, was die exemplarischen Auszüge aus einem Positionspapier des BVkE (Dörnhoff/Hiller/Scheiwe 2013) belegen: »Beteiligung (Partizipation) von jungen Menschen und ihren Angehörigen zählt zu den Eckpfeilern von Erziehung, Bildung und Hilfeprozessen in den Diensten und Einrichtungen des Bundesverbandes katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen. Dieses Positionspapier […] empfiehlt den Mitgliedern des Verbandes […] die Weiterentwicklung der jeweiligen partizipatorischen Methoden und Strukturen. […].