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Nutzen der traumapädagogischen Haltungen
Nutzen der traumapädagogischen
Haltungen
Konzepte für ethische Fragestellungen im
pädagogischen Alltag
Marc Schmid
In der Jugendhilfe stellt sich häufig die Frage »Was soll ich (jetzt) tun?«. Dies ist
eine der Kernfragen der Ethik, die bereits Immanuel Kant aufgeworfen hat. Diese
kann leicht auf traumapädagogisches Handeln übertragen werden, steht doch dahinter auch die Frage, was moralisches Handeln im Umgang mit unseren Klient*innen, Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen ausmacht. Kant (1990) beantwortete die Frage mit dem kategorischen Imperativ: »Handle nur nach derjenigen
Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde«. Sicherlich lässt sich der kategorische Imperativ auch auf sozialpädagogische
Handlungsfelder und die dort entstehenden ethischen Probleme übertragen. Zu
bedenken ist aber, dass sich ethische Fragestellungen in sozialpädagogischen
Handlungsfeldern häufig von einer Minute auf die andere ergeben und selten in
Ruhe im »stillen Kämmerlein« eruiert werden können. In diesem Beitrag sollen
einige typische ethische Dilemmata im pädagogischen Alltag unter dem Aspekt
einer traumapädagogischen Haltung reflektiert und diskutiert werden.
Ethisches Handeln in psychosozialen Arbeitsfeldern
Sicher ist es ein guter Leitfaden, sich im sozialpädagogischen Alltag stets zu fragen,
wie würde ich mir wünschen, dass man mit mir oder meinen Kindern oder anderen Angehörigen in einer solchen Situation umgeht?
Typische Dilemmata, mit denen die Fachkräfte in ihrem Alltag konfrontiert
werden, sind:
• Ob oder wann darf Zwang oder ein Freiheitsentzug als Schutz vor Selbst- oder
Fremdgefährdung angewendet werden darf man dies überhaupt, und falls ja,
unter welchen Bedingungen?
• Wann muss ich eine außerfamiliäre Unterbringung vorschlagen und einleiten?
Wann darf diese gegen den Willen einer Familie durchgesetzt werden?
• Wann kann und darf jemand entscheiden sich selbst zu gefährden?