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Ich bin Geschichte
vidueller Geschichte und schafft so einen Raum, in dem sich der Mensch mit Behinderung wieder als Subjekt seiner eigenen Geschichte erfährt. Bedeutung für die Traumapädagogik Ein traumatisierter Mensch erfährt ebenfalls einen erheblichen Verlust im Zugang zu seiner persönlichen Geschichte: Die traumasymptomatische Vermeidung entkoppelt ihn von seiner Vergangenheit, und die mögliche Bedrohung durch Neues verhindert eine funktionale Zukunftsorientierung. Ohne Zugang zur eigenen Vergangenheit und Zukunft ist der Mensch mit der außerordentlich anstrengenden Herausforderung befasst, möglichst jeden Augenblick der Gegenwart zu bewältigen (Cohen 2014/2017), um erneute Verletzungen zu vermeiden. Somit stellt die Rehistorisierung einen wichtigen Beitrag zur pädagogischen Traumadiagnostik dar, denn sie ermöglicht dem traumatisierten Menschen, sich als Person zu begreifen, der zwar existenzielle Grenzerfahrungen machen musste, aber nicht lebenslang auf sein Opfersein reduziert wird.
Zonengänge Pädagogische Prozesse sind oftmals nur darauf ausgerichtet, die erreichten Fähigkeiten eines Menschen zu erfassen und sie in gewisser Weise damit festzuschreiben, um darauf aufbauend die nächsten, aus pädagogisch-therapeutischer Sicht notwendigen Entwicklungsschritte festzulegen. Dies entspringt eventuell nicht nur dem eigenen professionellen Bedürfnis nach Strukturierung und Zielplanung im pädagogischen Arbeitsfeld, sondern ist auch häufig Vorgabe der unterschiedlichen Kostenträger. Diese Sichtweise orientiert sich aber an vergangenen, bereits geleisteten Entwicklungsschritten und nicht an dem, was ein Mensch über das Hier und Jetzt hinaus im Hinblick auf die ihm eigenen Möglichkeiten zu leisten vermag, der »Zone der nächsten Entwicklung« (Abb. 1). Entwickelt im Rahmen der Tätigkeitstheorie von dem russischen Psychologen Vygotskij (1934/2002, S. 326– 336), bezeichnet die Zone der nächsten Entwicklung die Distanz zwischen »(1) dem momentanen Entwicklungsstand einer Person, der über eigenständiges Problemlösen bestimmt wird, und (2) dem Stand der potenziellen Entwicklung, der über das Problemlösen mithilfe Erwachsener oder in Kollaboration mit (fortgeschritteneren) Gleichaltrigen erreicht werden kann« (Rapp 2021, o. S.).
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