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Zur Wiederentdeckung der Psychoanalytischen Pädagogik nach dem Zweiten Weltkrieg
aus dem Konzentrationslager 1948 in die USA. Mit einer an Aichhorn orientierten
Konzeption konzentrierte er auch dort seine sozial- und psychotherapeutische Tätigkeit auf die Arbeit mit Drogenabhängigen und Kriminellen.
Des Weiteren gehört Rudolf Ekstein (19122005) durch seine Psychoanalytische
Sozialarbeit zu den Pionieren der zweiten Generation. Als in den USA ausgebildeter Sozialarbeiter konzipierte er in freundschaftlich-kritischem Austausch mit
Bruno Bettelheim sein auch heute noch richtungweisendes Konzept der Psychound Milieutherapie autistischer, psychotischer und sogenannter Grenzfallkinder
(Ekstein 1984). Noch bis zu seinem Tod begleitete er den Ausbau weiterer differenzierter Konzepte der Psychoanalytischen Sozialarbeit für ihre Theorie und Praxis mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen, die institutionalisiert im
1978 gegründeten Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit in Rottenburg und
Tübingen seither erfolgreich praktiziert werden (die Homepage des Vereins für
Psychoanalytische Sozialarbeit e. V. ist unter www.psychoanalytische-sozialarbeit-tue.info zu finden).
Fritz Redl (19021988) wurde nicht nur durch sein psychoanalytisches Milieukonzept, sondern auch durch seine psychoanalytisch fundierte Methode der Gesprächsführung in Alltagssituationen pädagogischer Praxis dem Life-Space-Interview mit dissozialen Kindern und Jugendlichen nachhaltig bekannt (Redl
1971; Redl/Wineman 1970; Redl/Wineman 1982). Das wirksame Moment dieser
Gesprächsführung liegt in den korrigierenden emotionalen Erfahrungen, durch
die die negativistischen Erwartungen, die in der gewaltförmigen Lebenserfahrung
des Kindes begründet sind, enttäuscht werden: Den Kindern zuhören ohne sich von
abweisenden Reaktionen von einer freundlichen Grundhaltung abbringen zu lassen.
Dies war auch das Fundament der Haltung von Bruno Bettelheim (19031990),
dem wohl bekanntesten und nach seinem Tod der öffentlichen Diffamierung
ausgesetzten Psychoanalytischen Pädagogen (Kaufhold 1994). Sein Aufruf an
die Pädagog*innen, doch immer davon auszugehen, »dass ein Kind für alles, was
es tut, seine guten Gründe hat, auch wenn es dem oberflächlichen Betrachter noch
so befremdend und töricht erscheinen mag« (Bettelheim 1987, S. 212f.), und seine
strenge Ermutigung, die Phasen des Nicht-genau-Wissens hinreichend gut zu
ertragen, vorschnelle Interpretationen zu vermeiden sowie die heftigen negativen
Übertragungen des Kindes auszuhalten und die Gegenübertragungen als Zugang
zum Kind zu verwenden, sind bleibende Mahnungen an Pädagog*innen, ohne je
zu versprechen, die existenziellen Schwierigkeiten des Menschen ließen sich lösen,
und dass die pädagogische Arbeit mit schwerstgestörten Kindern eine einfache,
gefahrlose Tätigkeit sei (Bettelheim 1971; Bettelheim/Karlin 1983).
Großen Anteil an das neu erwachte gesellschaftliche Interesse an der Psychoanalyse hatte mit nachhaltigem Einfluss auf die derzeitige Theorie und Praxis Psychoanalytischer Pädagogik der Soziologe, Psychiater und Psychoanalytiker Alfred Lorenzer (19222002). Mit seiner »zweiphasigen Traumatheorie« insistiert er
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