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Die Demokratisierung der Erziehung
gen an das Kind, die sich auf die Zukunft beziehen, das Recht des Kindes auf den
heutigen Tag: »Um der Zukunft willen wird geringgeachtet, was es heute erfreut,
traurig macht, in Erstaunen versetzt, ärgert und interessiert. Für dieses Morgen,
das es weder versteht noch zu verstehen braucht, betrügt man es um viele Lebensjahre« (Korczak 2012, S. 45). 30 Jahre später verteidigte erneut die reformerische
und emanzipatorische Pädagogik die Subjektivität des Kindes als Ausgangspunkt
der pädagogischen Beziehungsgestaltung gegen äußere Ansprüche durch objektive Mächte, z. B. den Staat, die Wirtschaft, die Kirche etc. (Klafki 1970). Heute beeinträchtigt die zentral gesteuerte Standardisierung des Bildungssystems die individuelle Freiheit und Entwicklung. Die ganzheitliche Entwicklung der Mädchen
und Jungen, die Selbsttätigkeit und ihre Mitbestimmung drohen in der aktuellen
schulpolitischen Entwicklung und der Allgemeinen Pädagogik zugunsten einer
dem neoliberalen System angepassten Pädagogik auf der Strecke zu bleiben.
Die Demokratisierung der Erziehung
Das Leitkonzept der Subjektstellung veränderte die Pädagogik. Erst der Blick auf
die Kinder ermöglichte es, Vertrauen in die kindliche Selbstorganisation zu entwickeln und die Beziehung zwischen Erwachsenen und Jugendlichen neu zu definieren. Der amerikanische Philosoph und Pädagoge John Dewey definierte die Demokratie als mehr denn »[…] nur eine Regierungsform; sie ist in erster Linie eine
Form des Zusammenlebens, der gemeinsamen und miteinander geteilten Erfahrung« (Dewey 1916/2011, S. 121). Er gründete 1896 in Chicago mit seiner Frau
Alice eine Versuchsschule, in deren Mittelpunkt Lernen aus Erfahrung und die
Demokratisierung der Erziehung standen. Demokratische Bildung sollte der Passivität entgegenwirken, die vor allem dem Einzelnen selbst schade. Dewey verstand Demokratie als eine Lebensform, in der sich Menschen frei entfalten, ohne
andere in ihrer Freiheit einzuschränken. Einige Jahre später entwickelten Korczak
in Polen und A. S. Neill in England demokratische Formen der Mitbeteiligung von
Kindern. Unabhängig von ihren unterschiedlichen Hintergründen und Zugängen
trafen sie sich in einem Punkt: Alle vertrauten der kindlichen Selbstorganisation.
Vertrauen in die kindliche Selbstorganisation ist
Voraussetzung für Partizipation
Alexander S. Neill (18831973) errichtete Anfang des 20. Jahrhunderts die Schule
Summerhill. Die Kinder sollten sich ohne äußere Autorität in seelischen und körperlichen Belangen frei entfalten können. Entgegen mancher kritischer Stimmen
gegen die antiautoritäre Erziehung diese zeige keine Grenzen und werde dem
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