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Reformerische und emanzipatorische Pädagogik
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(Giesecke 1997, S. 177). Die Individualität des Kindes wurde ein zunehmend
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wichtiger Wert. Folgerichtig stellten Reformpädagog*innen die Selbsttätigkeit der
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Lernenden in den Mittelpunkt. Von Maria Montessori (1870–1952) stammt das
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Konzept Hilf mir, es selbst zu tun.
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Obwohl reformpädagogische Ideen sich in erster Linie auf eine Veränderung
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des Lernens in der Schule bezogen und beziehen, beeinflussten sie auch die Diskussionen in anderen pädagogischen Einrichtungen. Auch Hermann Lietz (1868–
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1919), der Begründer der Landerziehungsheime in Deutschland, beeinflusste die
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Erziehung vom Kinde aus. Die grundlegende Aufgabe der Erziehung sei, das Kind
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bei der Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens durch die Förderung seiner
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Interessen zu unterstützen und ihm zu ermöglichen, am Leben teilzuhaben. Die
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Form des Zusammenlebens in den Landerziehungsheimen sollte dieser Aufgabe
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angemessen sein (Lietz 1911).
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Die damalige Hinwendung zum Subjekt durch reformpädagogische Bestrebungen (Nohl 1933) ist eine Wurzel eines (trauma-)pädagogischen Ansatzes, der das
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Dilemma des Kindes als Objekt erkennt und ein Umdenken einleitete. Diese
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Blickwendung zur Subjektivität, die hier nicht ausreichend differenziert beschrieben werden kann und zum Weiterlesen anregt (Giesecke 1997, S. 234–265; Nohl
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1933), war und ist für alle Kinder und Jugendlichen, insbesondere für Mädchen
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und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen, bedeutend. Die Kernerfahrung des Traumas ist »[…] ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen
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Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit
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Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt« (Fischer/Riedesser 2009, S. 84). Traumatisierte Mädchen und Jungen sind Objekte der Bedürfnisse Erwachsener und oder äußerer Umstände. Sie müssen darum ringen, als ein
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selbsttätiges, selbstbewusstes Subjekt wirken zu können. Deshalb muss der zentrale Bezugspunkt gerade der Traumapädagogik die Unterstützung der Kinder und
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Jugendlichen bei der Rückeroberung des Selbst sein.
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Wahrung der Subjektperspektive –
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ein Auftrag an die Traumapädagogik
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Die Subjektstellung des Menschen steht heute durch die Kolonialisierung der Lebenswelt (Habermas 1985, S. 189) in immer größerem Ausmaß und mit immer
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subtileren Methoden zur Disposition. Erschreckend aktuell ist die Bildungskritik
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von Friedrich Nietzsches (1844–1900). Nietzsche geißelte die Unterordnung der
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Bildung unter die Ziele der Ökonomie. Aufgabe des Schulwesens sei es, aus dem
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Menschen eine Maschine zu machen. (Nietzsche 1889/2006, S. 149). Der Arzt und
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Pädagoge Janusz Korczak (1878–1942) forderte als Korrektiv zu den Anforderun-
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