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Die Pädagogik des sicheren Ortes
Die traumapädagogische Haltung beschreibt »die Klammer, die alte wie neue
Konzepte miteinander verbindet« (Bausum 2023, S. 291) und hat in ihrer Bedeutung dem methodengeleiteten Vorgehen der Anfangszeit den Rang abgelaufen. In
der Diagnostik geht es immer mehr um das gemeinsame Verstehen. Betroffene
Jugendliche als Mitglieder des Expert*innenrates des Fachverbands Traumapädagogik intervenierten beispielsweise zur Wahrnehmung als Fall »Wir sind doch
kein Fall« , und so wurde das Wort Fall gestrichen. Auch wird die Bedeutung
der Expert*innen immer deutlicher. Schlussendlich wurde der Expert*innenrat
2017 zum fachlichen Beirat des Fachverbands Traumapädagogik.
Die gemeinsame Weiterentwicklung traumapädagogischer Inhalte scheint in
den Überlegungen zum sicheren Ort und zur traumasensiblen Bindungspädagogik am weitesten fortgeschritten.
Die Pädagogik des sicheren Ortes
Vor ca. 25 Jahren stellte Luise Reddemann (2007) die Imagination Der sichere Ort
als eine Methode der Kontrolle über negative Gedanken und deren Auswirkungen
auf das vegetative Nervensystem, also einen inneren sicheren Ort, vor. 2003 entstand das Konzept der korrigierenden Gruppenatmosphäre, daß Möglichkeiten äußerer und innere Sicherheit beschreibt.
Eine korrigierende Gruppenatmosphäre
Reagiert auf …
mit …
Geheimhaltungssystem
offener, direkter Kommunikation
Enttabuisierung von elterlicher Gewalt und von
sexueller Gewalt
Schuld
Entlastung
Angst
Sicherheit
Willkür
Transparenz, klaren Strukturen
Ohnmacht, Objekt
Mit- und Selbstbestimmung
Verstecken von Gefühlen
Akzeptanz der Gefühle, Möglichkeiten der Abreaktion
Aufbau von Spannung
spannungsmindernden Aktivitäten
Beziehungslosigkeit
Beziehungsangebot
Isolation
Gruppenerfahrung
traumatische Erfahrungen
Schutz vor Wiederbelegung durch Stopps bei
posttraumatischen Spielen
Einüben von Entspannungsverfahren
Kreative Ausdrucksmöglichkeiten
Selbstbestimmte Körpererfahrungen
Erstarrung
Abb. 1: Die korrigierende Gruppenatmosphäre (Weiß 2024, S. 203)
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