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Traumapädagogik: Entstehung, Inspirationen, Konzepte
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gik der Selbstbemächtigung‹ (Wilma Weiß) gelten als die zentralen Konzepte der
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Traumapädagogik (Vorstand Fachverband Traumapädagogik 2023, S. 297).
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Alle drei Konzepte gehen von der Annahme des ›guten Grundes‹ aus. Eine Begegnung auf Augenhöhe – ohne die Verantwortung der Fachmenschen zu negieren – ist die Herzensangelegenheit der jeweiligen Konzeptersteller*innen. Selbstverstehen und gemeinsam Verstehen ist immer Bestandteil – und sie stehen je
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nach Situation mehr oder weniger im Vordergrund. Dies gilt ebenso für die Beteiligung der jungen Menschen, mal als Partizipation, mal als Annahme der Expert*innenschaft. In allen drei Konzepten gilt ein besonderes Augenmerk den
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Fachmenschen. Ihre Möglichkeiten der Selbstreflexion und Selbstfürsorge entscheiden mit über den soweit als möglich sicheren Ort, über die Gestaltung der
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Bindungsangebote und die Möglichkeiten der Selbstbemächtigung. Ein soweit als
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möglich sicherer Ort kommt nicht ohne reflektierte Bindung aus. ›Schützende Inselerfahrungen‹ – ein Begriff, den Silke Gahleitner geprägt hat – sind sicherlich
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soweit als möglich sichere Orte. Schützende Inselerfahrungen bedeutet auch das
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Verstandenwerden und das Verstehen – als zentrale Werte der Pädagogik der
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Selbstbemächtigung. Martin Kühns Haltung zur Partizipation zählt ebenfalls zu
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den zentralen Werten der Selbstbemächtigung. Beziehungsvielfalt (Gahleitner
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2011) ist Bedingung für Selbstbemächtigung. Das Entstehen von selbststärkenden
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Bindungsverhalten braucht den soweit als möglich sicheren Ort mit allen oben
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beschriebenen Aspekten. Die Reflexion und Veränderung selbst- und fremdschädigender Beziehungsmuster ist Selbstbemächtigung per se.
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Die Weiterentwicklung traumapädagogischer Inhalte geschieht in der Praxis.
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Dort ist es gelungen, Teile traumapädagogischer Konzepte in einem Prozess des
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Aufeinanderbezogenseins der Akteur*innen und der Verbindung von Theorie und
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Praxis in traumapädagogischen Projekten zusammenzuführen und weiterzuentwickeln. Dies drückt sich in einigen Entwicklungslinien aus:
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• Hinwendung zum pädagogischen Diskurs
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• Haltung versus Methoden
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• die veränderte Auffassung von Diagnostik
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• traumasensible Bindung
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• Individualisierung versus Beziehungsvielfalt
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• die Bedeutung der Zeit nach dem Trauma
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• individualisierte Sicht versus gesellschaftliche Bezogenheit
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• die Bedeutung der Anerkennung von Schmerz und Leid
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• die Expert*innenschaft der Mädchen* und Jungen*
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Heute gibt es ein breites Einverständnis über die pädagogischen Wurzeln der
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Traumapädagogik. Das war nicht immer so, es gab auch die Meinung, Traumapädagogik sei im Prinzip die Umsetzung der Psychotraumalogie. Was nicht gänzlich
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falsch ist, aber eben auch sehr verkürzt.
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