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Hochuli Freund

31.7.17 S. 222

Teil 3 Fallarbeit mit KPG

Auf Grund der mit Hilfe der Silhouette, des ICF-Formulars und der Perspektivenanalyse im Standortgespräch gewonnenen Erkenntnisse, formulierte ich anschliessend folgende konstatierenden Hypothesen: • Lea kann sich mit Hilfe der Silhouette selber gut einschätzen, sieht viele Ressourcen bei sich selbst und kann diese benennen. Sie sieht sich selber als selbständige und anständige Person, die auf sich selber schauen kann und sich nicht von anderen ablenken lässt. Lea findet, dass sie sich gut konzentrieren kann und Stärken im Sprechen, Lesen sowie Malen hat. • In der Silhouette hält Lea fest, dass sie sich wünscht, mutiger zu sein und mit anderen Kindern sprechen zu können. • Im Rahmen des Standortgespräches kam zum Ausdruck, dass alle Beteiligten viele Stärken bei Lea sehen. Sie ist eine sehr selbständige und zuverlässige Person. Ihre Aufgaben und Ämtlis erledigt sie pflichtbewusst und es ist ihr wichtig, alles gut zu machen. In der Schule arbeitet Lea konzentriert und beteiligt sich aufmerksam am Unterricht. • Bei der Auswertung der verschiedenen ICF-Formulare am Standortgespräch wurde deutlich, dass alle Beteiligten und auch Lea selbst eine Schwierigkeit beim Umgang mit Kindern sehen. Alle wünschen sich, dass Lea im Umgang mit anderen Kindern mutiger werden kann und lernt mit ihnen zu sprechen. • Lea bestätigt in diesem Gespräch, dass sie bereits einige Freundinnen gefunden habe. Auch die Fachpersonen des Landenhofs stellen fest, dass Lea seit dem Eintritt bereits einige Fortschritte im Sozialverhalten gemacht hat. • Die Eltern erzählen beim Standortgespräch, dass sie Lea am Landenhof ganz anders erleben als zu Hause. Sie haben den Eindruck, dass Lea hier alles perfekt machen möchte und daher unter Druck steht. • Lea hält im ICF-Formular schriftlich fest, dass sie oft Mühe mit dem Einschlafen hat, da sie sich Gedanken macht, was morgen alles sein wird und sie von Sorgen geplagt wird. • Am Standortgespräch kommt zum Ausdruck, dass bei Lea und den Eltern Ängste im Raum sind, dass sich die Vorfälle der vorherigen Schule wiederholen könnten (dass Lea ausgelacht wird und negative Erlebnisse mit Gleichaltrigen macht) und sie sich dann wieder ganz verschliesst. Indem ich den Erkenntnisgewinn aus der Situationserfassung und der Analyse fokussiert zusammenfasste, formulierte ich folgende Fallthematik: Lea ist ein 12-jähriges, selbstständiges und pflichtbewusstes Mädchen mit einer Hörbeeinträchtigung, das seit sieben Monaten auf dem Landenhof platziert ist, und • in der vorherigen öffentlichen Schule auf Überforderungssituationen und negative Erlebnisse mit Peers mit Schulverweigerung und Symptomen des selektiven Mutismus reagierte; 222