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Träume, Sehnsüchte, Wünsche sowie Albträume, Befürchtungen und Ängste
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zu erfassen (vgl. Abb. 17). Im Gespräch werden entlang einer SilhouettenVorlage Fragen zu vier Themen gestellt:
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• Stärken: Das macht mich aus – das mag ich an mir – das kann ich gut, u. ä.
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• Schwierigkeiten: Das kann ich noch nicht so gut – das mag ich nicht an
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mir – das macht mir Probleme – da scheitere ich oft etc.
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• Träume: Das wünsche ich mir für die Zukunft – so möchte ich leben
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können – so sähe ein Leben ohne Sorgen aus etc.
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• Albträume: Davor habe ich Angst – das fürchte ich in Bezug auf meine
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Zukunft – das wäre das Schlimmste, was mir passieren könnte, u. ä.
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Bei Kindern bietet es sich an, die Silhouette auf der Vorlage selbst gestalten
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zu lassen oder den Köperumriss auf einem großen Papierbogen
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nachzuzeichnen. Die Klientin entscheidet selbst, was für sie erwähnenswert
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ist und was nicht, und ihre Aussagen werden unkommentiert auf dem
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Silhouette-Bogen festgehalten (Stärken z. B. innerhalb des Körperumrisses,
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Probleme – die es anzupacken gilt – bei Händen und Füssen, Träume evtl. in
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einer ›Sonne‹ etc., Abb. 17).
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Anschließend werden die wichtigsten Aussagen als konstatierende
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Hypothesen festgehalten.
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Konstatierende Hypothesen zur ausgefüllten Silhouette in Abbildung 17:
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• Die Klientin äußert viele Ängste in Bezug auf ihre Eltern (u. a. im Stich
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gelassen zu werden), ebenso auch Zukunftsängste (keinen Beruf
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erlernen zu können).
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• Sie sieht als Stärken ihre Selbstständigkeit und dass sie sich gegenüber
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Jungen wehren kann, benennt als Problem aber, dass sie von manchen
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Gleichaltrigen ausgelacht werde.
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• Sie mag ihre Figur nicht und bedauert, dass sie bei Konflikten nicht
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sprechen könne und »alles in sich hineinfresse« (vgl. auch Hochuli
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Freund 2018:346 f.).
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In der Arbeit mit der Silhouette wird deutlich, wie ein Klient sich selbst
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sieht, was ihn beschäftigt und wo er seine eigenen Ressourcen sieht. Sie
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bietet sich auch an als Vorbereitung zu einer mündlichen
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Perspektivenanalyse an einem Standortgespräch, an dem alle Beteiligten zu
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den vier Themen befragt werden. Durch die vorbereitende Arbeit mit der
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Silhouette wird sichergestellt, dass die Sichtweise der Klientin selbst nicht
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übergangen wird. Anschließend können gemeinsam Hypothesen zur
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Einschätzung von Stärken und Problem der Fokusperson gebildet werden,
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ebenso zu den Befürchtungen in einem Familiensystem (die vielleicht bis
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dahin verborgen waren) und zu den Wünschen (die möglicherweise alle
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verbindet).
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