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anschließend eine schlüssige, fachliche fundierte Bewertung des Gesamtbildes vorzunehmen, d. h. Antworten zu formulieren auf die Frage, worum es in einem Fall geht. Als methodisches Hilfsmittel für diese Bewegung der Schließung der Fallbearbeitung ( Abb. 14) schlagen wir das Bilden von sog. konstatierenden Hypothesen vor. Dabei werden zusammenfassende Aussagen über die wichtigsten Daten formuliert; dies impliziert Entscheidungen darüber, welche Daten vernachlässigt werden können, wie Daten einzuordnen, zu gewichten und zu bewerten sind. Methodisch ist wichtig, dass konstatierende Hypothesen die Systematik der jeweiligen Analysemethoden aufnehmen (z. B. sich auf die erhobenen Probleme, Ressourcen oder Kompetenzaspekte beziehen, die Perspektive deutlich machen etc.), dass sie schlüssig aus den Analysedaten hergeleitet sind (und keine neuen Aspekte enthalten), und dass die vorgenommene Gewichtung der Daten nachvollziehbar ist (wobei Einschätzungen des Klienten immer zu berücksichtigen sind). Wir werden die Hypothesenbildung nachfolgend ( Kap. 9.2.1, Kap. 9.4.2 und Kap. 9.4.3) anhand von Beispielen erläutern.
Abb. 14: Vorgehen bei der Analyse
Im letzten Arbeitsschritt der Analyse wird der Erkenntnisgewinn noch einmal fokussiert zusammengefasst: Auf der Grundlage der konstatierenden Hypothesen wird herausgearbeitet, worum genau es geht in einem Fall (= Fallthematik). Wurden bei der Situationserfassung bereits vorläufige Themen bestimmt, so werden diese aufgrund der Auslegung nun modifiziert, präzisiert, allenfalls ergänzt mit weiteren Themen oder auch zurückgestellt, und schließlich werden die wichtigsten thematischen Aspekte miteinander verbunden und verdichtet. Auf der Basis dieser Fallthematik – die in prägnanter Form die wichtigsten Fall-Informationen und die Essenz aus allen themenbezogenen Einschätzungen enthält – können Folgerungen für die weitere Arbeit in einem Fall abgeleitet werden. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Meistens geht es darum zu benennen, was in der Diagnose noch genauer erklärt und verstanden