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• sensibel mit Hintergrundwissen umzugehen und mit schnellen
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Einordnungen in bekannte Raster vorsichtig sein,
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• den eigenen Zugang zum Fall besser kennen zu lernen,
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• sich eine Reihe von Fragen zu stellen: Was weiß ich genau? (und was
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nicht?) – Wie kam es dazu? – Wie komme ich zu der Geschichte darüber?
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– Welche Geschichte gibt es noch dazu? (und welche wäre noch
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denkbar?),
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• unterschiedliche Sichtweisen und Ebenen des Falles nebeneinander zu
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stellen und
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• Anamnese ist nie vollständig. Sie muss es auch nicht sein. Sie beginnt
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immer von vorne (vgl. Müller 2017:116–122).
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Die Arbeitsregeln beziehen sich insbesondere auf die Haltung von Offenheit
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und Unvoreingenommenheit, aber auch auf die Bedeutung von Geschichten
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und ihrer Herkunft sowie die eigene Involviertheit als Person. Sie sind für
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die Arbeit in jedem Praxisfeld hilfreich, um die eigene professionelle
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Haltung auszurichten und zu überprüfen ( Kap. 6.2.2).
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8.3.2
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Strukturierungsmöglichkeiten
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Die Strukturierung der Situationserfassung unterscheidet sich in den
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verschiedenen Praxisfeldern – denn je nach Auftrag sind unterschiedliche
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Informationen wichtig. In vielen Organisationen existieren für die
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Fallaufnahme und das Erstgespräch sog. Checklisten, in denen alle
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relevanten Themen, die erkundet werden sollen, zusammengestellt sind,
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und die teilweise auch konkrete Fragen enthalten. Auch in der Literatur
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finden sich solche Leitfaden zur Situationserfassung, die jeweils
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verschiedene Fragebereiche enthalten. Im Folgenden werden ausgewählte
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Beispiele von Strukturierungshilfen für verschiedene Praxisfelder
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vorgestellt.
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Cassée (2019) hat in ihren Kompetenzorientierten Methodiken u. a. auch
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verschiedene Instrumente entwickelt für die Fallaufnahme. Sie schlägt vor,
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zunächst sogenannte ›Basisinformationen‹ zu erheben (vgl. 2019:203). Je
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nach Kontext werden dabei unterschiedliche Informationen erhoben. Im
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Formular ›Basisinformation Jugendliche 13–20‹, das für eine Fallaufnahme
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in einer Jugendberatungsstelle konzipiert ist, werden beispielsweise
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erfragt:
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• Angaben zur Familie (Personalien Eltern, Geschwister, spezielle
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Belastungen in der Familie, etc.)
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• Informationen zu Entwicklungsbereichen (z. B. Familie, Schule,
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Beruf/Arbeit, Freizeit, Geld, äußere Erscheinung/Gesundheit, Umgang
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mit Suchtmitteln, Freundschaften/soziale Kontakte, Sexualität und
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Beziehungen)
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• Abschließend: ›Entscheid über nächste Schritte‹ (vgl.:205–207).
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Für Kobi (1996) bezieht sich die Anamnese, d. h. das Erfassen der
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Vorgeschichte bei Kindern und analog bei erwachsenen Menschen mit
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Entwicklungsbeeinträchtigungen auf drei Bereiche:
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